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Danke euch fleißigen Lesern dafür.
:-)
Nach über 10 Jahren im Arbeitsleben und vielen angesparten Überstunden gönne ich mir 2011 eine viermonatige Auszeit vom Alltagstrott.
Anfang September startet mein kleines Abenteuer und dann heißt es auf in die weite Welt.
Ich werde Australien, Neuseeland und die Südsee kennenlernen und kann´s kaum glauben, dass es bald losgeht.
Anfang September startet mein kleines Abenteuer und dann heißt es auf in die weite Welt.
Ich werde Australien, Neuseeland und die Südsee kennenlernen und kann´s kaum glauben, dass es bald losgeht.
Montag, 21. November 2011
Go East
Montag, 14.11.2011 – Rotorua – Go EAST Tour (Maraehako)
Heute Morgen startete meine Tour entlang der Ostküste. Aufgrund meines Bus-Passes konnte ich zusätzlich noch an dieser Tour mitmachen. Hierher hatte ich eigentlich gar nicht nicht geplant zu gehen und deshalb hatte ich wenig Erwartungen an den Trip.
Unser Guide für die drei Tage war Jason. Jason ist ein Maori von der Ostküste und ist somit bestens geeignet um uns seine Heimat vorzustellen. Somit endete gestern meine Fahrt mit Trouble und ab heute gibt es einen anderen Busfahrer und Guide. Ich war ziemlich gespannt auf was man sich bei ihm gefasst machen musste.
Jason ist mit ziemlich viel Herzblut bei der Sache und er hat uns ewig viel zu Land und Leute und der Kultur der Maori erklärt. Das war richtig gut, denn bisher hatte ich eher das Gefühl, dass die zwei anderen Guides nicht viel Lust hatten uns viel über Neuseeland beizubringen. Jason wurde darin aber überhaupt nicht müde und man merkte ihm richtig an, dass er stolz auf sein Land und seine Leute ist. Die Leute von der Ostküste sind als ziemlich raue Burschen verschrien, das merkte man Jason aber nicht an.
Leider hatten wir nicht allzu viel Glück am Anfang mit dem Wetter. Es fing zu regnen an als wir an der Küste ankamen. Wir sind diesmal eine ziemlich kleine Truppe und es gibt deshalb auch nur einen kleinen Bus. Mit dabei sind diesmal auch echte Kiwis, was ich total super fand. Die beiden, Lynn und Kevin, fallen ziemlich aus dem Rahmen, was den Altersdurchschnitt betrifft. Der „normale“ Stray-Bus-Reisende ist zwischen 20 – 35 Jahre alt und die beiden sind Mitte 60 oder sogar älter und total nette und lustige Zeitgenossen.
Neben Lynn und Kevin waren auch noch Chantal und Dirk aus den Niederlanden mit dabei. Chantal war auch schon mit mir im Bus von Auckland nach Rotorua. Fünf Engländer vervollständigten die Gruppe. Mag, Sophie, Alice, James und David kennen sich alle von der Arbeit in Southhampton und sind nun zusammen unterwegs durch Neuseeland und Australien.
Glücklicherweise wurde das Wetter gegen später wieder besser und es war zumindest trocken, so dass man den ein oder anderen Fotostopp einlegen konnte. Den ersten größeren Stopp haben wir an einem Supermarkt eingelegt, um Verpflegung zu kaufen. Abends wollte Jason für uns alle Spaghetti Bolognese kochen.
Gegen Mittag kamen wir dann auch schon an unserem Ziel an, dem Maraehako Bay Retreat. Dabei handelt es sich um ein total süßes Häuschen, das aussieht wie ein Piratennest. Das Haus liegt an einer kleinen Bucht direkt am Meer und ist wunderschön mit Muschel und Fischmotiven dekoriert. Dort fühlte sich gleich jeder wohl und es ist schade, dass man nur eine Nacht dort bleiben kann.
Unser Gastgeber Pihi begrüßte uns mit „Kia ora“ und nach dem Bezug der Zimmer konnte man sich zu den Nachmittagsaktivitäten aufmachen. Neben kostenlosen Kajakfahren und Schnorcheln konnte man auch noch gegen einen Unkostenbeitrag mit Pihi und seinem Fischerboot raus aufs Meer fahren und Crayfish fangen.
Zusammen mit Lynn, Kevin und Pihi bin ich also los zur Crayfish-Jagd. Wir mussten zuerst in sein Boot klettern, welches in einer Art Anhänger am Strand stand. Mit einem Traktor fuhr Pihi das Boot samt Anhänger ins Meer und ist dann selber reingeklettert. Er machte das Boot dann vom Anhänger los und los ging es auf große Fahrt. So bin ich noch nie mit einem Boot im Meer abgesetzt worden – spannend.
Als wir mit Volldampf entlang der Küste gefahren sind, spritze das Wasser richtig schön an den Seiten des Boots hoch. Das hat richtig Spaß gemacht. Wir machten dann an verschiedenen Bojen Stopp. An den Bojen war jeweils ein Drahtkorb mit totem Fisch als Köder ins Wasser gelassen worden. Gleich beim ersten Korb waren wir erfolgreich. Kevin hat jeweils das Seil aus dem Wasser gefischt und zusammen mit ihm und Pihi habe ich den Korb an Land gezogen.
Wir mussten auch ein bisschen für unser Abendessen arbeiten, denn Pihi wollten für jeden von uns abends Crayfish zubereiten. Darauf freute ich mich schon. Neben Spaghetti Bolognese sollte es also auch noch Crayfish geben.
Beim zweiten oder dritten Korb gingen dann nicht nur in Crayfish ins „Netz“ sondern auch noch ein ziemlich großer Tintenfisch. Pihi hat den auch aus dem Korb geholt. Wenn ein Tintenfisch einen Crayfish tötet, dann spritzt er irgendeine Art Serum in den armen Crayfish. Angeblich ist so ein abgemurkster Crayfish eine Delikatesse, weil dieses Serum, den Crayfish total glibberig macht und die „Soße“ sehr würzig ist. Den Crayfish kann man dann roh essen.
Das mussten wir natürlich auch machen und ich muss sagen, dass das nicht schlecht geschmeckt hat. Ich hab aber darauf verzichtet mehr als nötig davon zu essen, denn ich wollte nicht riskieren, dass ich auch noch seekrank wurde, nur weil ich den Fisch gegessen hatte.
Bis wir dann nach knapp einer Stunde zurückkamen, war die Ausbeute doch recht stattlich. Wir haben einen ganzen Eimer voller Fisch aus dem Meer gezogen. In Neuseeland darf jeder im Meer angeln, der möchte. Es gibt lediglich für die Seen und Flüsse Angelgenehmigungen. Das heißt, wenn man als Touri billig leben will, kann man versuchen frischen Fisch aus dem Meer zu angeln. Allerdings bezweifle ich, dass das wirklich eine zuverlässige Essensquelle ist, wenn man nicht Ahnung davon und Glück hat.
Nach dem Fische fangen haben wir drei uns erst mal gestärkt. Seeluft macht hungrig. Danach wollte ich noch einen kurzen Spaziergang zu einem Café die Hauptstraße runter machen. Leider hatte das aber zu. Unterwegs habe ich dann noch Chantal und Dirk getroffen. Die beiden kamen gerade vom Wasserfall zurück. Um zu dem Wasserfall zu gelangen, musste man allerdings teilweise durch den Flusslauf gehen und man hatte nicht überall einen eindeutig markierten Weg.
Ich habe beschlossen, dass ich das nun doch ausprobieren werde. Allerdings hab ich nach zweimaligem Flussüberqueren gemerkt, dass ich den Weg auf der anderen Seite nicht mehr erkennen konnte. Da ich alleine unterwegs war, mir das nicht so geheuer war und ich wahrscheinlich noch müde werde vor lauter Wasserfälle angucken, habe ich wieder umgedreht.
Zurück in unserer schönen Bucht hab ich mich dann lieber entlang ein paar Felsen auf den nahegelegenen Strand begeben. Dort habe ich dann die ersten Postkarten von Neuseeland geschrieben. Gibt’s einen schöneren Ort um Postkarten zu schreiben, als bei Abendstimmung direkt am Meer?
Im Anschluss haben Lynn und ich Jason beim Zubereiten unserem Abendessen geholfen. Es sollte neben Spaghetti Bolognese auch noch einen Salat geben. Also genug Arbeit für uns drei - genug zu Schnippeln. Jason hat uns ein super Abendessen gezaubert und Lynn, Kevin und ich haben als Zugabe auch noch den Crayfish bekommen. Da jeder ein ganzes Tier bekommen hatte und das definitiv zu den Nudeln viel zu viel zum Essen war, haben wir unsere Delikatesse natürlich auch mit den anderen geteilt – oder zumindest mit denen, die davon etwas abhaben wollten.
Mir hat das Meeresgetier sehr gut geschmeckt und es war eine klasse Erfahrung auf dem Fischerboot mit dabei gewesen zu sein. Die Fahrt entlang der Ostküste fing also schon mal richtig viel versprechend an.
Im Anschluss an unser Abendessen konnten wir uns auch noch an die Feuerstelle auf der Terrasse setzen und mit Pihi und Jason über Neuseeland, Maori, englische Kolonien und Weltkriege philosophieren. Besonders Pihi hat sich richtig in Rage geredet und die Jungs und Mädels aus UK taten mir richtig leid, denn die mussten sich für James Cook und alle, die nach ihm kamen fast schon ein bisschen entschuldigen. Dass die Neusiedler nicht immer so freundlich zu den Maori waren, dafür konnten die fünf nun wirklich nichts.
Vielleicht war das dann auch der Grund, wieso die Mädels rüber zum Strand sind, um dort den Sternenhimmel zu beobachten, das Kreuz des Südens zu suchen und ein bisschen Abstand von der hitzigen Diskussion zu bekommen. Jason hat gegen später noch die Gitarre ausgepackt und ein paar Liedchen geträllert. Das war ein richtig schöner Abschluss des Tages und lässt auf weitere schöne Tage an der Küste hoffen.
| Das "Piraten-Nest" |
| Unsere Bucht |
| Auf dem Weg raus aufs Meer |
| Erfolgreiche Ausbeute |
| Zufalls-Fang - ein Tintenfisch |
| Crayfish |
| Auf dem Weg zum Wasserfall |
| Sandstrand in der Abendsonne |
Dienstag, 15.11.2011 – Maraehako - Gisborne
Am anderen Morgen sollte es dann auch schon wieder weitergehen. Der Tag fing richtig schön an. Die Sonne kam endlich wieder zum Vorschein. Aufgrund dessen hatten Lynn und Kevin die Chance genutzt um ein Bad im Meer zu nehmen und das noch vor 7 Uhr – Respekt!
Auf unserer Fahrt entlang der Küste konnte man dann auch White Island aus der Ferne sehen. White Island ist eine Insel, die eigentlich nur aus einem aktiven Vulkan besteht. Um den Vulkan herum waren ein paar Wolken zu sehen. Ausgebrochen ist er aber vermutlich nicht, denn das hätte man bestimmt in den Medien mitbekommen. ;-)
Die Sonne schien über alle Berge und so kam die weiße Kirche „Christ Church“ von Raukokore richtig gut zur Geltung. Dort haben wir für heute den ersten Fotostopp eingelegt. Auf dem Friedhof nebenan entdeckten wir drei Gräber von jungen Brüder, die alle am gleichen Tag gestorben waren. Jason konnte uns hierzu auch die traurige Story erzählen. Denn die drei kamen alle bei einem Autounfall in Auckland ums Leben. Die Beerdigung war wohl ein ziemlich großes Ereignis, denn die drei kommen von einer ziemlich bekannten Ostküstenfamilie. Es gab hierzu Trauerfeiern in Auckland, Whangarei und in Raukokore.
Als nächstes hielten wir an der Bucht an, an der Szenen für „Whalerider“ gedreht wurden. Diesen Film muss ich mir unbedingt noch anschauen. Der Film war erst vor ein paar Jahren im Kino und wurde mit Preisen überhäuft. Es geht darin um einen Maori, aber genaueres weiß ich leider nicht. Ein lustiger Film soll es jedenfalls nichts sein, aber das Leben an der Ostküste richtig gut wiedergeben. Alle schwärmen von dem Film. Neben „Whalerider“ gibt es noch den Film „Boy“, der auch in Neuseeland gedreht wurde, den man sich angeblich auch noch unbedingt anschauen muss.
Ein gutes Stück weiter hatten wir dann einen super Ausblick auf das East Cape. Die Hügel reichen noch Kilometerweit ins Meer hinein. Leider fahren wir nicht bis ganz an die Spitze, um den dortigen Leuchtturm anzuschauen. Das wäre bestimmt auch ein toller Anblick, aber leider reicht die Zeit dazu nicht.
Der nächste Stopp war dann beim ältesten Baum dieser Sorte weltweit: dem Perekohu. Bei dem Baum handelt es sich um den sogenannten neuseeländischen Weihnachtsbaum. Ab Mitte / Ende November hat er ganz viele rote Blüten. Das ist dann sozusagen eine überdimensionale Ausgabe eines Weihnachtssterns. ;-)
Weiter ging es dann nach Titi Tiki um dort die St. Marys Memorial Chruch anzuschauen. Im Inneren der Kirche gibt es ganz viele traditionelle Maori-Schnitzereien und es sieht eher aus wie ein Maori-Gemeinschaftshaus als eine Kirche. Jason erklärte uns, dass die Kirche auch tatsächlich diese beiden Funktionen erfüllt.
Weiter ging es dann zum längsten Bootssteg von Neuseeland. Der ca. 660 m lange Steg diente früher einer alten Werft, um Material an Land zu schaffen. Von der Werft sieht man heute nichts mehr und der Zementsteg sieht auch nicht wirklich sehr hübsch aus. Um die Füße zu vertreten und der Aussicht wegen, war dies aber allemal einen Stopp wert.
Der Höhepunkt des Tages hatte dann auch wieder mit einer Aktivität im Wasser zu tun. Wer wollte, konnte nämlich am Nachmittag zum „Stingray Feeding“ gehen. Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich mal zusammen mit Rochen im Meer sein werde. Gut war, dass dies keinerlei Taucherqualitäten abverlangte sondern man musste lediglich einen kurzen Spaziergang über ein versteinertes Riff ins Meer absolvieren, wo man im seichten Wasser die Stachelrochen streicheln und füttern konnte.
Wer bei der Story an Steve Irwin denkt, sei beruhigt, denn die Fütterung war nicht wirklich gefährlich, sofern man ein paar Regeln beachtet. Streicheln durfte man die Rochen nur an bestimmten Stellen und nicht am Schwanz, wo der gefährliche Stachel sitzt, oder rund um die Augen oder entlang der Flügel.
Wir wurden also mit einer Art Anzug ausgestattet, bestehend aus Stiefeln und wasserdichter Hose und in die Kunst der Fütterung eingewiesen. Im Anschluss gingen wir mit unsern zwei Guides im Entenmarsch ins Meer. Wir mussten uns dann alle im Halbmond aufstellen und unseren mitgebrachten Bambusstab vor uns ins Wasser stellen. Somit bildeten wir eine Art menschlichen und bambusartigen Zaun. Damit sollten die Rochen daran gehindert werden, dass sie sich aus Versehen zwischen zwei Personen verkeilen und dann in Panik geraten. Mit dem Bambusstab konnte man zur Not allzu große Rochen auch etwas von sich abhalten.
Die Fütterung war dann ganz einfach. Man musste einfach nur das Fischstückchen auf der flachen Hand dem Rochen hinstrecken und er oder sie kam dann angeschwommen und pflückte das Stückchen einfach von der Hand. Die Rochen fühlen sich super soft an. Eines der Rochen war ein Weibchen, das gerade trächtig war. Es hatte eine Kugel voller Eier auf dem Rücken. Das war ein toller Nachmittag und man hätte noch stundenlang bleiben können.
Leider mussten wir irgendwann doch zurück und nach einer kurzen Kaffeepause wurden Chantal, Dirk, Alice, Sophie und ich zu unserer Unterkunft gefahren. Da sich nicht alle zum Stingray Feeding angemeldet hatten, war Jason mit den anderen schon vorgefahren.
Unsere heutige Unterkunft hieß „Surfshag“ und lag auch wieder direkt am Meer am Rande von Gisborne. Diesmal gab es keine 6er-Zimmer sondern einen großen Gemeinschaftsraum für alle. Wir waren diesmal auch nicht fast die einzigen dort, sondern es gab noch weitere Gäste.
Zum Abendessen hatte Jason für uns traditionelles Hangi organisiert und diesmal sollte es wirklich traditionell gekocht sein. Seine Tante hat eine Art Suppenküche und bereitete uns das Essen in kleinen Take-away- Portionen zu. Das war kein Vergleich zu dem Essen was uns Uncle Boy in Maketu vorgesetzt hatte und war natürlich um Längen besser.
Im Anschluss kam dann noch ein Freud von Jason, der Wein-Juror und –macher ist, vorbei um mit uns eine Weinprobe zu machen. Er hat uns total viel zum Wein im Allgemeinen erklärt und ziemlich viele Fragen beantwortet. Die Weinprobe fand draußen in einer Art Unterstand direkt am Lagerfeuer statt. Ein wirklich toller Platz für eine Weinprobe. An einem Lagerfeuer habe ich das bisher noch nie gemacht. Die Weine waren wirklich gut und dank dem guten Essen, dem Wein und der vielen frischen Luft konnte später auch jeder sehr gut schlafen.
| Kirche von Raukokore |
| Bucht in der Szenen zu Whalerider gedreht wurden |
| East Cape (ganz links) |
| East Cape und noch ein Strand |
| Größter neuseeländischer Weihnachtsbaum |
| Strandimpressionen |
| So weit weg ist also Frankfurt ... |
| Kirche und Maori Gemeinschaftshaus |
| Unsere Lunch-Stopp-Aussicht |
| Längster Bootssteg Neuseelands |
| Am Ende des Bootsstegs |
| Die Stingray Feeding Truppe: ich, Chantal, Dirk, Sophie, Alice |
| Stingray |
| Stingray Feeding Aussicht |
| Surf Shack |
| Hangi |
| Weinprobe am Lagerfeuer |
Mittwoch, 16.11.2011 – Gisborne – Rotorua
Die Nacht sollte für einige von uns nicht allzu lange sein, denn wir wollten den Sonnenaufgang am Strand von Gisborne erleben. Gisborne ist die erste Stadt, die den neuen Tag begrüßt. Im Jahr 2000 zum Millennium war dies ein riesiger Event in der Stadt. Leider war der heutige Morgen nicht ganz so eventverdächtig, denn der Sonnenaufgang fand mehr oder weniger ohne uns statt. Die Wolken hingen einfach zu tief, so dass das erwartete Farbenspiel leider ausblieb. Das frühe Aufstehen um 5.20 Uhr hat sich deshalb nicht ganz so recht gelohnt.
Chantal, Alice, Sophie, Mag, James, David und ich sind etwas enttäuscht wieder zurück zur Surfshag und haben versucht wieder zu schlafen. Bei den anderen hat dies auch recht gut geklappt, aber bei mir leider überhaupt nicht. Gegen halb sieben hab ich mich dann zum Duschen und Frühstücken aufgemacht. Die Duschen und Toiletten waren lediglich durch Wellblech abgeschirmt. Für schnell frierende Gemüter kostet das morgendliche Duschen bestimmt Überwindung, aber wenigstens gab es ordentlich viel heißes Wasser. ;-)
Am Frühstückstisch habe ich weitere Frühaufsteher angetroffen: Lynn und Kevin sowie David, der auch nicht mehr einschlafen konnte. Mit David habe ich mich dann ziemlich lange über meine Australienreise unterhalten. Er und Mag werden nach Neuseeland nach Australien fliegen und eine ähnliche Tour an der Ostküste machen wie Sonja und ich. ;-)
Im Anschluss habe ich mich dann noch ein bisschen im Internet über den weiteren Reiseverlauf schlau gemacht und noch das ein oder andere Ziel ergoogelt. Die Zeit verfliegt aber immer so schnell, wenn man am Computer sitzt und so war zum Tagebuchschreiben doch keine Zeit mehr.
Jason brachte Chantal, Dirk, Mag, David und mich im Anschluss mit dem Minibus zur Innenstadt von Gisborne (Gizzy für Freunde der Stadt ;-) ). Lynn und Kevin reisten nach dem Frühstück mit dem Intercity-Bus ab und wollten nach Napier fahren. Der Rest der Truppe wollte lieber den Vormittag am Strand und in unserer Unterkunft relaxen. Dirk wollte noch ein paar Tage länger bleiben, weil er unbedingt noch mit Haien tauchen wollte und das gestern wegen zu viel Wind nicht ging.
Leider fing es mal wieder mit regnen an. Da macht ein Stadtrundgang ja leider nicht allzu viel Spaß. Da sich das Wetter in Neuseeland von einer Stunde auf die nächste wieder ändern kann, kam doch tatsächlich nach dem kurzen Schauer die Sonne wieder raus. Mit Chantal hab ich mich zu unserer Erkundungstour aufgemacht. Zuerst hat sich Chantal noch Medikamente gegen ihren Husten geholt, der sie schon seit geraumer Zeit plagt und im Anschluss gab’s noch einen Kaffee bevor wir uns zum Botanischen Garten aufgemacht haben.
Der Botanische Garten war total mini und auch nicht so schön wie erwartet. Auf dem Weg zurück entlang dem Fluss kamen wir beim ältesten Haus von Gizzy vorbei – dem Wyllie Cottage von 1872. Das Haus stand ganz früher mutterseelenallein bevor sich nach und nach die Stadt darum gebildet hatte. Das Haus selber ist nun eine Art Museum und auf Fotos kann man sehen wie das früher aussah.
Auf dem Weg zurück in die City machten wir dann noch beim Postoffice für Briefmarken halt. Leider hatten wir nun keine Zeit mehr um auf den Aussichtshügel zu laufen. Wir haben uns noch ein schönes Café – Verve - gesucht, in dem wir noch eine Kleinigkeit zu Mittag gegessen haben. Dann war auch schon wieder Zeit, um zurück zum Pick-up Point zu gehen. Denn wir sollten heute wieder zurück nach Rotorua fahren.
Die Fahrt zurück war dann wieder ganz schön verregnet und Jason hat deshalb darauf verzichtet allzu viele Fotostopps einzulegen. Am Waioeka Gorge machten wir einen Stopp um die Füße zu vertreten und kurz runter an den Fluss zu gehen. Das Tal galt ganz lange als schwer passierbar. Der Fluss schlängelt sich durch hohe dichtbewachsene Berge. Die Maori nutzten den Flusslauf schon seit Jahrhunderten als Transportweg. Die ersten Siedler versuchten sich einen Weg durch den Regenwald zu bahnen, was sehr beschwerlich war. Auf Infotafeln konnte man sich zur Entstehung der Straße informieren und alte Fotos anschauen.
Gegen späten Nachmittag kamen wir in Rotorua an. Abgesehen von mir übernachteten alle im „Crash Palace“ und so trennten sich unsere Wege erst mal wieder bis zum Freitag. Denn dort sollte ich einige wieder sehen, wenn wir mit dem Straybus Richtung Wellington weiter fahren.
Zurück im Hostel konnte ich mein restliches Gepäck wieder in Empfang nehmen und in ein anderes Zimmer einziehen als zuvor. Wir waren dort auch wieder mit 6 Mädels und diesmal hatte ich ein bisschen mehr Platz für mein Gepäck als in dem anderen. An der Rezeption habe ich mir dann gleich noch ein Karte für einen Maori-Abend mit anschließendem Besuch in einem Kiwi Enclosure besorgt. Dort sollte es morgen Abend hingehen.
Auf meinem Zimmer habe ich ein weiteres deutsches Mädel angetroffen – Julia. Mit ihr kam ich ins Gespräch und ich hab ihr erzählt, dass ich morgen zur „Lord oft he Rings Tour“ nach „Hobbingen“ gehe. Julia hat sich an der Rezeption gleich erkundigt, ob es noch Plätze gibt und hat sich spontan auch ein Ticket gebucht. So sind wir morgen auf unserer Tour schon zu zweit. ;-)
Als Abendprogramm hab ich mich dann noch um meine Wäsche gekümmert und war noch im Supermarkt. Nachdem ich mir eine Kleinigkeit zu essen gemacht habe, hab ich mich mit Miriam getroffen. Miriam ist mit dem gleichen Bus von Auckland nach Rotorua gefahren. Da wir im „Central Backpackers“ einen Getränkegutschein für das Pub „Pig & Wistle“ bekommen haben, sind wir zusammen dorthin. Julia haben wir auch gleich noch mitgenommen. Das Pub sollte um halb zehn eigentlich schon schließen. Glücklicherweise haben wir aber doch noch was zum Trinken bekommen. Im Pub haben wir dann auch noch Bekanntschaft mit weiteren Deutschen und einem Kiwi gemacht, der längere Zeit in Schwäbisch Gmünd gewohnt und in Stuttgart gearbeitet hat.
Miriam hat uns erzählt was sie so die letzten Tage alles in Rotorua gemacht hat und was sie möglicherweise sich für die nächsten Wochen vorgenommen hat. Miriam hat ein ziemliches Luxusproblem, denn sie hat 5 Monate Zeit für ihre Reise durch Neuseeland, muss eigentlich auch aufgrund ihrem Deal mit ihrem Arbeitgeber nicht zwingend arbeiten und hat den Eindruck, dass sie mit allem in der Hälfte der Zeit schon durch ist. Miriam ist leider nicht Typ, der gerne wandert und in der Natur unterwegs ist. Wieso sie sich dann ausgerechnet das Wander- und Naturparadies schlechthin als Reiseziel rausgesucht hatte, konnte sie mir nicht beantworten. Ich hatte mich noch angeboten ein paar ihrer Monate abzunehmen, aber das wollte sie dann doch nicht. Solche Probleme wollte ich auch haben … ;-)
Freitag, 18. November 2011
Raglan - Maketu - Rotorua
Samstag, 12.11.2011 – Raglan – Maketu
Von Raglan ging es dann am anderen Morgen mit dem Bus weiter. Mit einem Stopp bei den Waitomo Caves ging die Route bis nach Maketu. Maketu liegt an der Bay of Plenty, also an dem Teil vom Meer, an dem auch die Coromandel Halbinsel liegt. Eine ganz schöne Fahrerei nur um einen Abstecher nach Raglan zu machen.
Das Wetter war heute perfekt für die Höhlenbesichtigung, denn es fing auf dem Weg zu den Waitomo Caves an zu regnen. Stray bot uns verschiedene Aktivitäten an, um die Höhlen zu erkunden. Allerdings verlangten diese alle eine gute Portion Mut. Entweder konnte man sich durch die Höhlen an einem Seil entlang hangeln und sich über 100 m abseilen lassen oder man konnte mit Autoreifen durch den Fluss in der Höhle raften.
Mir und auch ein paar anderen war das dann doch zu abenteuerlich und teuer. Dank meinem Lonely Planet Guide Book habe ich noch eine Alternative gefunden. Es gab noch eine 45-Minuten-Führung durch eine andere Höhle, der Glühwürmchenhöhle, mit anschließender Bootsfahrt durch die Höhle. Trouble hat dies als „Disney World“ umschrieben und ein bisschen war das auch so, aber dafür sehr real und vor allem ohne Adrenalin-Kick.
Für alle die, die nicht auf Abenteuer eingestellt waren, gab es die Möglichkeit auf einen kleinen Berg direkt neben dem Höhleneingang zu laufen. Von dort hatte man eine schöne Aussicht über die Region. Es hatte auch wieder aufgehört zu regnen, so dass er Aufstieg auch nicht zu beschwerlich war.
Auf dem Hügel befand sich im späten 18. Jahrhundert das Opapaka Pá. Dort gab es eine kleine Ansammlung an Häusern und es wurden jede Menge Süßkartoffeln (Kumara) angepflanzt. Davon kann man heute allerdings nichts mehr sehen. Es weist lediglich eine Infotafel am Gipfel darauf hin.
Mit Anouk (Niederlande) und Charlotte (Dänemark) bin ich im Anschluss ins Dorf geschlendert. Die Höhle und der Hügel befanden sich nämlich etwas außerhalb, aber mit ein paar Minuten Gehen war man schnell dort angelangt. Im I-site haben wir drei Tickets für die Glühwürmchenhöhle gebucht und sind dann dorthin marschiert.
Zusammen mit ganz vielen Asiaten ging die Führung dann auch gleich los. Unser Guide hat uns erklärt, wie die Höhlen entstanden sind. Am Ende der Höhle befindet sich der größte Raum der Höhle (die Kathedrale). Dort gibt es ab und zu Konzerte und erst gestern fand dort auch eine Hochzeit statt.
Ganz am Ende konnte man dann auch die Glühwürmchen an der Decke sehen. Über einen kurzen Fußweg ging es im Anschluss runter zum Bootssteg. Mit einem kleinen Boot wurden wir durch die Höhle gefahren und konnten den „Sternenhimmel“ voller Glühwürmchen betrachten. Das war wirklich unglaublich schön und überhaupt nicht anstrengend. Ich hätte mit den anderen in der Abenteuer-Höhle nicht tauschen wollen. ;-)
Leider darf man in den Höhlen keine Fotos machen, so dass das einmalige Erlebnis leider fotografisch nicht dokumentiert werden konnte. Zur Gedankenstütze konnte man im Souvenirshop Postkarten kaufen.
Da wir ganz viel Zeit hatten bis der Bus weiterfahren sollte, haben wir im Huhu-Cafe noch einen Stopp eingelegt. Dort gab es neben leckerem Essen und Trinken auch noch kostenloses Wi-Fi, was wir natürlich gerne in Anspruch genommen haben. Anouk konnte so endlich ihre nächsten Busfahrten mit Stray fertig planen.
Nachdem die anderen dann endlich mit ihren Abenteuer-Expeditionen fertig waren, ging es mit dem Bus nach Maketu. Zuvor wurden noch einige in der Nähe von Rotorua rausgelassen, die den Übernachtstopp nicht in Maketu machen wollten. Der Übernachtstopp in Maketu sollte nämlich in einem Maori Village stattfinden mit Abendprogramm, Essen und Übernachtung im Gemeinschaftshaus sein. Darauf hatten einige keine Lust. Ich habe die einmalige Gelegenheit natürlich wahrgenommen.
Zirka 30 Leutchen konnten sich dafür auch noch begeistern und so wurden wir alle von Uncle Boy, dem Chef der Maori-Familie, in seinem Dorf begrüßt. Uncle Boy hat erst eine Ansprache gehalten bevor es Abendessen gab. Es sollte sich um ein traditionelles Hangi handeln. Bei einem Hangi wird das Essen im Boden mit heißen Steinen erhitzt und gekocht.
Bei uns aber war das nicht der Fall, denn angeblich durfte Uncle Boy das nicht machen, da eventuell Schadstoffe ins Essen gelangen konnten. Leider war das Essen ziemlich enttäuschend, denn weder war es wirklich traditionell gekocht noch wirklich gut. Aber da fast alle ordentlich Hunger hatten, wurde trotzdem ordentlich zugelangt.
Im Anschluss sollte das Abendprogramm losgehen. Wir mussten unsere Schuhe ausziehen und durften nebenan in das Gemeinschaftshaus gehen. Dort wartete eine kleine Tanzgruppe auf uns. Wir wurden nach einer traditionellen Willkommenszeremonie mit dem Hongi (Nasen-Kuss) gegrüßt. Da jeder jeden so grüßen sollte, dauerte das etwas länger als einfach nur „Kia ora“ in den Raum zu rufen. ;-)
Die Tanzgruppe hat dann ca. 15 – 20 Minuten für uns verschiedene Tänze und einen Haka (Kriegstanz) vorgeführt bevor es dann hieß, dass wir uns selber darin versuchen sollten. Die Jungs sollten alle einen Haka lernen und wir Mädels den Poi Tanz.
Wir haben eine Art Umhang und die Poi´s bekommen. Ein Poi ist ein Ball an einer Schnur, der rhythmisch geschwungen wird. Früher diente dies den Maori als Trainingseinheit für die Stärkung des Handgelenks. Die Poi´s entsprechend zu schwingen und aufzufangen, war gar nicht so einfach und ich war mir nicht sicher, ob ich das einigermaßen hinbekomme.
Zuerst durften die Jungs den Haka vorführen. Wir Mädels mussten die Jungs ordentlich mit Fußgetrampel und Klatschen anfeuern bevor es losgehen sollte. Die Jungs haben im Gegensatz zu uns Mädels keinen Umhang bekommen, sondern eine Art Baströckchen und mussten oben-ohne performen.
Der Auftritt war echt der Hammer. Das war viel beeindruckender als der Haka von den drei Jungs der Tanzgruppe. Ca. 15 Mann standen dann in zweier Reihen vor uns Mädels und haben alles gegeben. Das war wirklich klasse, wie schnell die den Text und die Tanzschritte gelernt hatten. Das Gesicht am Ende angsteinflößend zu verziehen, war wahrscheinlich noch die einfachste Übung.
Nach einer Zugabe waren dann wir dran und es lief richtig gut. Mit Unterstützung von den Mädels der Tanzgruppe haben wir unseren Auftritt gut gemeistert. Aber im Vergleich zum Haka war das eine ziemliche lasche Vorstellung – einfach nur Bällchen schwingen und freundlich lächeln.
Nach unseren Auftritten wurde dann zum gemütlichen Teil des Abends übergegangen. Nachdem jeder seine Matratze und Bettwäsche für die Nacht im Gemeinschaftshaus ausgebreitet hatte, wurde in der Küche noch lebhaft die Eindrücke des Abends und Fotos ausgetauscht.
Eine Gruppe von deutschen Jungs ging der Haka Tanz so in Fleisch und Blut über, dass sie nachts um halb drei noch performt haben. Sehr zum Ärger von manchem, der nebenan schlafen wollte. Die Performance war ziemlich lautstark, so dass ich sogar trotz Oropax aufgewacht bin, aber ich fand’s ganz lustig und bin auch gleich wieder eingeschlafen.
| Umgebung von Waitomo |
| Abendstimmung in Maketu |
| Haka |
| Poi Tanz |
| Gruppenbild |
Sonntag, 13.11.2011 – Maketu – Rotorua
Nachdem es für Uncle Boy noch ein Gruppenfoto geschossen wurde, fuhren wir mit dem Bus nach Rotorua. Dort gab es die Möglichkeit wieder einige kostenpflichtige Aktivitäten zu machen, aber ich hab an keiner teilgenommen. Raften war ich ja schon in Australien und in einen Schlammpool bin ich auf Fiji schon reingehüft.
Die, die keine Aktivität gebucht hatten, wurden im Stadtzentrum von Rotorua abgeliefert. Da ich neben ein paar anderen einige Nächte in Rotorua bleiben sollte, wurden wir direkt bei unseren Unterkünften abgeliefert. Aber leider nicht ich, da man angeblich bei meinem „Rotorua Central Backpackers“ nicht parken konnte. Das hat sich allerdings als nicht wahr herausgestellt. Nachdem ich nach knapp 3 Minuten Fußweg dort ankam, war da Platz ohne Ende. Die Unterkunft befindet sich hinter der örtlichen Polizeistation und dort gibt es jede Menge Parkplätze – insgesamt drei Reihen entlang der Straße. Deshalb bestätigte sich mal wieder mein Verdacht, dass das so ein bisschen Schikane von den Stray-Busfahrern ist.
Aber was soll´s, denn laufen schadet ja bekanntlich nicht. So hab ich dann also erstmal eingecheckt und eine kleine Führung durchs Hostel bekommen. Was hier besonders gut ist, ist, dass man keine Stockbetten hat, sondern jeder ein eigenes Bett und es gibt sogar Badezimmer mit Badewannen. So war der Plan für heute Abend schon geschmiedet. ;-)
Da das Zimmer für mich aber noch bezugsbereit war, bin ich erstmal zu einem Walk durch die Stadt aufgebrochen. Vom Hostel hab ich einen kleinen Stadtplan bekommen und eine Empfehlung was ich mir alles anschauen sollte. Meine Stationen waren:
Kuirau Park – dort kann man kostenlos Thermalquellen anschauen und den Schwefelgestank für den Rotorua bekannt ist, einatmen
Ohinemutu – Maori Dorf direkt am Lake Rotorua
Strandpromenade von Lake Rotorua
Government Garden
Rotorua Museum
Kuirau Park – dort kann man kostenlos Thermalquellen anschauen und den Schwefelgestank für den Rotorua bekannt ist, einatmen
Ohinemutu – Maori Dorf direkt am Lake Rotorua
Strandpromenade von Lake Rotorua
Government Garden
Rotorua Museum
Im Anschluss bin ich dann zur I-site und hab mich über verschiedene Aktivitäten in der Stadt schlau gemacht. Am Ende bin ich mit einem Busplan und einem Ticket für das „Thermal Wonderland – Wai-O-Tapu“ rausmarschiert. Auf dem Weg zur Busstation hab ich dann noch Lena und Miriam vom Bus getroffen. Wir haben uns ein Weilchen über unsere geplanten Unternehmungen in Rotorua unterhalten. Ich bin dann aber ohne die zwei weiter. Leider wollten sie nicht mit mir in Redwood Forest gehen.
Auf dem Weg zur Busstation hab ich dann gleich nochmal zwei Mädels vom Bus getroffen – Barbara (Schweiz) und Chantal (Niederlande). Da mein Bus gleich abfahren sollte, konnte ich mich nur ganz kurz mit den zwei unterhalten, aber da Chantal auch mit mir auf die „Go-East-Tour“ gehen sollte, würde ich sie morgen sowieso wiedertreffen. Die beiden waren eben auf dem Weg zum Kuirau Park, in dem ich mittags schon war.
Mit dem local bus bin ich dann für ganz wenig Geld zum Redwood Forest gefahren. Von der Busstation musste man noch knapp 1 km laufen, um zum Visitor Center zu gelangen. Dort hat wurde mir gezeigt, welchen Weg ich am besten einschlagen soll, damit ich rechtzeitig wieder zurück bei der Busstation bin. Leider sollte der letzte Bus schon in knapp 2 Stunden fahren und somit war nicht allzu viel Zeit zum Verweilen vorhanden.
Ich hab dann einen knapp 1,5 stündigen Rundweg absolviert und natürlich wieder einen der rießen Bäume umarmt. Leider hab ich mir auf dem Weg durch den Wald eine ziemlich dicke Blase erlaufen. Aber für was schlepp ich denn schon seit Wochen Blasenpflaster mit mir mit, wenn nicht hierfür.
Mit dem letzten Bus bin ich dann wieder in die Stadt gefahren und hab mein Zimmer endlich bezogen. Die Betten sind wirklich sehr bequem. Aber bevor ich mich darin betten konnte, musste erst noch ein bisschen was erledigt werden. Im Supermarkt zwei Blocks weiter hab ich erstmal ein paar Lebensmittel gekauft, bevor ich mich ans Abendessen zubereiten gemacht habe. Im Anschluss hab ich mir dann ein Bad in der Badewann gegönnt. Das war vielleicht toll, das hab ich ja schon seit Monaten nicht mehr gemacht – ein sehr entspannter Ausklang des Tages. ;-)
| Gruppenfoto vor dem Gemeinschaftshaus |
| Central Backpackers Rotorua |
| Thermalquellen |
| Gemeinschaftshaus |
| Neuseeländischer "Truttguller" |
| Lake Rotorua |
| Rotorua Museum |
| Redwood Forest |
| Ferntrees |
Donnerstag, 17. November 2011
Coast to coast - Von der Coromandel Halbinsel nach Raglan
Donnerstag, 10.11.2011 – Hahei
Zusammen mit Gillian (UK), Barbara (Schweiz) und Stefan (Österreich) wurde ich gegen halb neun beim YHA vom Stray-Bus abgeholt. Gill habe ich auf der Tour in den Norden schon im Bus getroffen. Man trifft sich hier immer wieder.
Zuerst ging es mit unserem Busfahrer und Guide „Trouble“ (sein Nickname, der nicht von ungefähr kommt) zum Office von Stray. Dort haben wir eine Einweisung in das Buchungssystem erhalten und konnten uns mit Infomaterial rund um die Tour eindecken. Ganz wichtig ist vor allem der Zeitplan, damit man die nächsten Stopps auf seiner Reise planen kann.
Trouble hat uns auf seiner Tour zur Coromandel Peninsula leider nicht allzu viele interessante Dinge auf dem Weg gezeigt. Wir haben nur einen Stopp an einer Tankstelle und am Supermarkt in Thames eingelegt. Das war etwas enttäuschend. Denn auch eine der Hauptattraktionen der Coromandel Peninsula konnten wir leider nicht sehen: den Hot Water Beach, mit seinen heißen Quellen. Leider ist diese Attraktion abhängig von Ebbe und Flut und wir waren zu spät dran, um uns in einen eigens gebuddelten Heißwasserpool zu setzen. Das fand ich besonders ärgerlich, denn das war eigentlich eines der Dinge, die ich dort unbedingt machen wollte. Leider gab es hierzu kein Alternativprogramm.
Die Fahrt war ziemlich kurvig und an Lesen während der Fahrt ist überhaupt nicht zu denken. Die Straßen sind überall in Neuseeland, wo ich bisher gefahren bin, sehr kurvig und man braucht ziemlich lange um von A nach B zu kommen. Im Vergleich zu Australien ist Neuseeland zwar winzig, aber ich hatte bisher nicht den Eindruck, dass man hier schneller vorwärts kommt, denn in OZ sind die Straßen wenigstens schnurrgerade.
Morgens hat mir Trouble noch versprochen, dass ich die erste bin, die an ihrer Unterkunft abgesetzt wird. Ich wollte nicht wie der Rest der Gruppe auf einem Campingplatz übernachten, sondern hatte mich in die Tatahi Lodge eingebucht. Ich war aber nicht die einzige, die sich eine andere Unterkunft gesucht hatte. Ein dänisches Pärchen hatte sich ebenfalls anderweitig einquartiert.
Leider hat Trouble seinen Plan geändert, so dass ich zuerst mit den anderen zum Campingplatz fahren und warten musste, bis über 30 Leute eingecheckt hatten. Trouble hat mir dann eröffnet, dass ich zwar als nächstes abgeliefert werde, dadurch aber die Shuttle-Fahrt mit dem Bus zur Cathedral Cove verpasse, denn über 30 Mann können ja nicht alle auf mich warten.
Das hat mich ganz schön geärgert, denn es wäre ein leichtes gewesen mich auf dem Weg zum Campingplatz abzusetzen, denn meine Lodge lag auf dem Weg, und mich dann später, wenn alle anderen eingecheckt haben, wieder auf dem Weg zur Cathedral Cove aufzusammeln. Ich hatte den Eindruck, dass er das absichtlich gemacht hat. Es ist für die Guides natürlich einfacher, wenn alle am gleichen Platz übernachten und man nirgendswo auf dem Weg extra für jemanden stoppen muss. Da Stray aber damit in ihren Broschüren wirbt, dass alles easy-going ist und man sich sehr wohl andere Unterkünfte suchen kann, werde ich das auch weiterhin tun, wenn ich mit der Unterkunft nicht ganz so einverstanden bin. Ich werde das jedenfalls in meinem Feedback am Ende meiner Reise erwähnen. Dafür hat man ja schließlich auch gezahlt.
Ich habe etwas angesäuert in meiner Unterkunft eingecheckt. Aber mein Host hat mit erklärt, dass der Weg im Gegensatz zu Trouble´s Angaben, gar nicht so lange zu Fuß dauert und dass ich das locker-flockig heute Abend noch machen kann. So stieg also meine Laune wieder und ich war froh, dass ich einen Abend ohne die Gruppe hatte.
Tatahi Lodge ist eine total schöne Unterkunft und ich war froh, dass ich dort eine Nacht bleiben konnte. Die Zimmer sind alle total schön eingerichtet: ganz viel Holz und schöne Bilder an der Wand und ein bequemes Bett für die Nacht. Die Küche und der Aufenthaltsraum sind auch wunderbar gemütlich. So kann man es auch noch länger als nur eine Nacht aushalten.
Ich hab mich dann aufgemacht den kleinen Berg zur Cathedral Cove zu erklimmen. Auf meinem Weg dorthin hatte ich tolle Ausblicke auf Hahei und unterwegs habe ich auch die anderen wieder getroffen. Die Jungs und Mädels waren schon auf die Rückweg und auch ziemlich verwundert über die Aktion mit meiner Ablieferung und wieso man nicht einfach 5 Minuten auf mich warten konnte. Immerhin bin ich nicht die einzige, die das seltsam fand.
Der Weg zur Cathedral Cove ging auf einem schönen Fußweg die Klippen entlang. Man kann noch verschiedene andere Buchte anschauen, bevor man am Ende des Weges zur Cathedral Cove gelangt. Eigentlich darf man im Moment nicht durch den Bogen durchlaufen, denn vor kurzem ist ein großes Stück von dem Felsen abgestürzt und aus Sicherheitsgründen wurde empfohlen auf der einen Seite zu bleiben.
Da die meisten aber die Warnung ignoriert haben und ich den Anblick eigentlich auch gerne von der anderen Seite genießen wollte, bin ich auch einfach über das Seil geklettert. Alles halb so wild, denn es ist nichts passiert und ich konnte schöne Fotos schießen und einfach ein bisschen im Sand sitzen und den Ausblick genießen.
Von dort bin ich dann zu Fuß zurück bis Hahei gelaufen. In der Lodge hab ich mir dann was zu essen gemacht und mich mit den anderen Mädels unterhalten, die auch dort übernachtet haben. Ich habe zum ersten Mal frische neuseeländische Avocados gegessen und in Erinnerungen an Australien mit Peter-Lehmann-Wein geschwelgt. Das war ein ganz relaxter Abend und ich konnte mein Tagebuch sogar ganz gemütlich liegend auf einem Sofa schreiben. ;-)
| Tatahi Lodge |
| Hahei |
| Cahtedral Cove |
| Cathedral Cove |
Freitag, 11.11.2011 – Hahei – Raglan
Nach einer total entspannten Nacht ging es kurz nach 8 Uhr mit dem Bus auch schon wieder zum nächsten Stopp. Im Bus habe ich dann Jip aus den Niederlanden wiedergetroffen. Er war mit Gill und mir im gleichen Bus nach Paihia. Jip war schon vor ein paar Tagen in Hahei angekommen.
Heute gab es natürlich auch wieder den obligatorischen Stopp beim Supermarkt zum Shopping – diesmal in Hamilton. Ansonsten war die Fahrt wieder sehr kurvig und es dauerte Stunden, um von der Küste mit der Coromandel-Halbinsel zur anderen Seite der Küste nach Raglan zu kommen. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich mir die Fahrt lieber sparen und einen Tag länger in Hahei bleiben sollen. Von Hahei hätte ich mit einem Linienbus weiter bis zum übernächsten Abendstopp fahren können. Denn viel gemacht haben wir heute leider nicht.
Nachdem wir endlich gegen frühen Nachmittag in Raglan angekommen sind, haben wir erst mal unsere Zimmer in unserer Lodge inmitten von Nirgendwo bezogen und sind dann im Anschluss zu den „Weireinga Bridal Veil Falls“ gefahren. Die Wasserfälle sehen mit etwas Vorstellungsvermögen wirklich aus wie ein Brautschleier und waren es auf jeden Fall wert, dass man ein paar Minuten durch den Wald marschieren musste.
Die, die darauf keine Lust hatte, konnten sich zum Surfunterricht anmelden. Raglan ist ein total bekannter Ort für Surfer und es gab einige vom Bus, die das auch ausprobieren wollten.
Auf dem Weg von den Wasserfällen zurück zur Lodge hat Trouble noch einen Stopp am Beach eingelegt, um „unsere“ Surfer bei ihren Versuchen zu beobachten. Leider war die Surfstunde schon um, so dass wir diesen Anblick leider verpasst haben.
Mit Anouk, Chantal und Jip (alle aus den Niederlanden), sowie zwei weiteren Jungs bin ich dann noch ein bisschen am Strand entlang spaziert. Leider war das dort ziemlich felsig und ich habe ich ewig gebraucht, um von einer Seite des Strands zur nächsten zu gelangen. Da Trouble mit dem Rest des Busses schon zurück zur Lodge fahren war, mussten wir den Ausstieg dorthin zu Fuß meistern. Eine gute Übung, um richtig hungrig zu werden. Ich war nicht die einzige, die Hunger hatte und somit war die Küche bald mit anderen Leuten vom Stray-Bus überfüllt, die sich auch etwas zu essen fertig machen wollten.
Nach meinem Dinner habe ich dann das Wi-Fi der Lodge ausgetestet und für das, dass man sich ziemlich abgeschieden im Wald befand, war es eine richtig gute Verbindung. Im Anschluss hab ich dann noch zuhause angerufen, um Oma zum Geburtstag zu gratulieren. Mama meinte, dass es sich anhört, als ob ich in Freiburg in einer Telefonzelle stehe, anstatt in Raglan im Busch. Ich war total froh, dass das mit dem Telefonieren geklappt hatte, denn erst sah es so aus als ob ich mit meiner neuerstandenen Telefonkarte von dort gar nicht telefonieren könnte. Glücklicherweise war das aber nicht der Fall und so konnte ich mich mit Mama und Oma über die neuesten Neuigkeiten im Elztal und wer alles zur Geburtstagsfeier kommt unterhalten. ;-)
| Bridal Veil Falls |
| Bridal Veil Falls |
| Raglan |
| Strand |
| Ausblick von unserer Lodge |
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