Nach über 10 Jahren im Arbeitsleben und vielen angesparten Überstunden gönne ich mir 2011 eine viermonatige Auszeit vom Alltagstrott.
Anfang September startet mein kleines Abenteuer und dann heißt es auf in die weite Welt.
Ich werde Australien, Neuseeland und die Südsee kennenlernen und kann´s kaum glauben, dass es bald losgeht.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Ankunft in Christchurch - dem letzten Stopp meiner Neuseeland-Reise


Montag, 12.12.2011 – Lake Tekapo – Christchurch

Nach dem Frühstück habe ich mich zuerst um die mögliche Reparatur meiner Kamera gekümmert und im Internet nach Canon Repair Centres gesucht und mögliche Fotogeschäfte in Christchurch ausfindig gemacht. Leider konnte mir der freundliche Herr von Canon in Auckland keine so guten Nachrichten übermitteln, denn die Reparatur dauert durchschnittlich ca. 10 Tage und im Moment gibt es wohl einiges zu tun, so dass es auch gerne mal 15 Tage werden könnte.

Er rechnete nicht damit, dass ich die Kamera vor Weihnachten überhaupt zurückbekommen würde. Das nützt mir leider recht wenig, da ich dann längst wieder zurück in Deutschland sein werde. Dafür konnte er mir aber ungefähr sagen, was eine Reparatur möglicherweise kosten würde und dass die sich vermutlich auch trotz der hohen Kosten im Vergleich zum Kauf der gleichen Kamera lohnt. Nun weiß ich also, dass  ich mit einer Reparatur hier nicht rechnen kann und dass ich mich anderweitig nach einer Möglichkeit weiterhin Fotos zu schießen, umschauen muss.

Im Anschluss habe ich dann zuhause angerufen, denn dort war um diese Zeit Sonntagabend und dann sind ja gewöhnlich alle zuhause. Das war echt schön und so konnte ich Mama, Papa, Claudia und Bernadette gleich von meinem Schlamassel erzählen.

Nach meinem Check-Out im Backpackers habe ich mich noch mit Anne von gestern Abend getroffen. Sie hat mir ihre Fotos überspielt, so dass ich nun doch digitale Fotos vom Mt. John und Lake Tekapo habe. Anne fährt heute auch weiter allerdings fährt sie nach Alexandra und ich nach Christchurch. So haben wir uns also voneinander verabschiedet.

Mit dem Auto ging es dann nach einem kurzen Zwischenstopp beim „Earth & Sky“ Office, um dort noch zwei Postkarten zu kaufen, wieder weiter in Richtung Norden. Über den Burkes Pass ging es durch Geraldine und von dort nach Mayfield. In Mayfield habe ich dann kurzerhand beschlossen die „Inland Scenic Route“ zu fahren und habe deshalb noch einen kleinen Abstecher nach Methven gemacht.

 Methven liegt am „Eingang“ zum Skigebiet von Mt. Hutt und dort ist im Winter immer richtig was los, aber heute war dies nicht der Fall. Ich habe den Ort für einen kurzen Lunch Stopp genutzt und bin dann nach Christchurch gefahren. Von Methven ist es auch nicht weit zum LOTR-Drehort von Edoras. Leider habe ich Christchurch nicht allzu viel Zeit, um dort eine geführte Tour zu dem Drehort zu machen. Da es im Moment auch regnet und Regenwetter auch für die nächsten Tage angekündigt ist, ist es vielleicht besser keine Tour zu buchen, denn dieser Ort wirkt natürlich nur richtig, wenn das Wetter passt.

In Christchurch angekommen, ging´s als erstes zum Check-in im „Kiwi Basecamp“. Mir wurde bei Buchung meines Bettes gesagt, dass ich die nächsten Nächte jeden Abend in einem anderen Zimmer schlafen müsste, da ausgebucht ist und sie mich sonst nicht unterbekommen würden. Glücklicherweise hat sich dies geändert und ich kann die ganze Zeit im gleichen Zimmer bleiben.

Nach erster Begutachtung meiner neuen Bleibe für die nächsten 4 Nächte bin ich dann zur Abgabestation meines Mietwagens gefahren. Gut, dass ich mich für ein Navigationsgerät entschieden habe, denn das hätte ich ohne nicht gefunden. Christchurch ist erstaunlich übersichtlich zum Autofahren, aber trotzdem ist das im Vergleich zu den letzten Tagen, eine Anhäufung von Menschen und Autos auf einem Fleck, die man gar nicht mehr gewohnt ist und deshalb leicht stressen.

Den Mietwagen konnte ich problemlos abgeben und von dort ging es dann mit dem Bus zur Tiki-Tour durch verschiedene Stadtteile bis ich endlich beim Hagley Park abgeladen wurde. Eigentlich sollte sich dort westlich vom Park die I-site von Christchurch befinden, aber trotz Beschreibung vom Busfahrer und einem angeblich aktuellen Plan, konnte ich sie nicht finden. Ich bin dann beim Hotel „The Chateau on the Park“ reinspaziert und habe nachgefragt.

Ich war nicht die einzige, die in den letzten Tagen dort aufgeschlagen ist und nachgefragt hat und auch als ich dort war, kamen weitere Leute rein, die nach I-site fragten. Das Mädel an der Rezeption war sogar so nett, mir nicht nur zu sagen, wo ich die neue und vor ca. 2 Wochen umgezogene I-site finde, sondern hat sogar für mich gleich noch eine Tour gebucht. Denn I-site würde schließen sobald ich dort ankommen würde, da ich einmal quer durch den ganzen Park laufen müsste.

Sie hat für mich die Whale-Watching-Tour für übermorgen gebucht und so musste ich mich gar nicht stressen, um rechtzeitig auf der anderen Seite des Parks anzukommen. Stattdessen konnte ich in aller Seelenruhe durch den Park und den Botanischen Garten schlendern und die ersten Eindrücke von Christchurch sammeln.

Bis jetzt gefällt es mir ganz gut und abgesehen von ein paar Gebäuden im Botanischen Garten, die gesperrt sind, konnte ich vom verheerenden Erdbeben im Februar nicht allzu viele Schäden sehen, aber das sollte sich noch ändern.

Vom Canterbury Museum und sozusagen der andren Seite des Parks bin ich wieder zurück zum Hostel gelaufen. Dort habe ich mir etwas zu essen gekocht und mich mit meiner Zimmernachbarin Jenny aus Schweden unterhalten. Sie hat sich für morgen leider schon etwas vorgenommen, sonst hätte man zusammen in die Stadt gehen können.



(Vom heutigen Tag gibt es leider keine digitalen Fotos)



Dienstag, 13.12.2011 – Christchurch

Meine Mission für heute heißt: Kauf einer neuen Kamera. Und zu dieser Mission bin ich gleich als erstes aufgebrochen. In ca. 15 Minuten konnte ich zu Fuß die Merivale Mall erreichen und dort sollte es laut Info von der Rezeption einen Fotoladen geben. Dieser Tipp erwies sich als richtig und ich wurde auch gleich sehr nett bedient und beraten. Heraus kam ich am Ende mit einer nagelneuen Canon Ixus 230 HS. Das ist zwar nicht die billigste Canon-Kamera, die es auf dem Markt gibt, aber wer will sich schon nach der letzten Kamera mit dem billigsten zufrieden geben. Im Vergleich zur anderen Kamera hat sie einen besseren Zoom. Leider gibt es nicht allzu viele Einstell-Möglichkeiten wie bei der Powershot S95, aber mehr als zufrieden, kann ich auf jeden Fall mit dem Kauf sein.

Da der Akku auch schon halbwegs geladen war und ich meine zweite SD-Karte dabei hatte, konnte ich direkt nach dem Kauf der Kamera zu meiner Städtetour MIT Kamera starten. Von Merivale ging es als erstes zum Clock Tower auf der Victoria Street. Der Tower steht noch und die Uhr hat zum Zeitpunkt des Erdbebens aufgehört weiterzulaufen. Das erinnerte mich ein bisschen an die Uhr auf der Titanic, die man im Nachhinein gefunden hatte.

Der Clock Tower vermittelte einen ersten Eindruck wie schön Christchurch wohl mit all den tollen Steingebäuden gewesen sein muss und tatsächlich hat das Erdbeben vor allem die Steingebäude zerstört und ganz viele alte Denkmäler zerstört.

Auf dem Weg in Richtung Zentrum sieht man nun immer mehr Häuser, die abgesperrt sind oder an denen Teile fehlen. Die Art Gallery auf der Montreal Street ist im Moment auch noch geschlossen, da letzte Arbeiten dort erledigt werden müssen. Das Gebäude wurde erst 2003 gebaut und ist hyper-modern. In den nächsten Monaten soll die Gallery aber wieder geöffnet werden.

Ähnlich verhält es sich mit dem Arts Centre schräg gegenüber auf der Worcester Boulevard. Dieses Gebäude ist wirklich ein Schmuckstück und da daran so viel kaputt gegangen ist, dauert es mit der Wiederöffnung noch eine ganze Weile. Die Häuser auf dem Worcester Boulevard sind allesamt wunderschön und es ist wirklich total schade um die ganzen kaputten Häuser. Wenn der Rest der gesperrten Innenstadt auch nur annähernd so ähnlich ausgesehen hat, weiß man wieso die Leute so traurig um ihre schöne Stadt sind.

Am Ende des Worcester Boulevards läuft man auf das Canterbury Museum zu. Dieses ist seit ein paar Wochen wieder geöffnet und so habe ich dort in den Ausstellungsräumen auch eine Stunde verbracht, bevor ich meinen zweiten Gang durch den Botanischen Garten angetreten habe. Der Garten ist wirklich eine Oase und sehr schön angelegt. Wer möchte, kann sich auf kleinen Booten über den Avon River schippern lassen. Ich bin lieber zu Fuß gegangen, das spart erstens Geld und zweitens eine Menge Zeit.

Nach einem kurzen Lunch im Garten bin ich wieder zurück zum Hostel geschlendert, denn ich hatte mich spontan für heute Nachmittag zu einer kleine Stadtrundfahrt durch Christchurch angemeldet. Gestern Abend habe ich noch kurz den Besitzer des Hostels angetroffen und er hat mich gefragt, wie lange ich denn hier sein werde und ob ich denn schon was von der Tour gehört hätte. Da ich von den Mädels der Rezeption darüber nicht aufgeklärt worden bin, bin ich nochmal dorthin zurück und habe mich schlau gemacht, um was es denn da genau geht.

Für 20 Dollar wird man in knapp 2 Stunden vor allem ins Umland von Christchurch gefahren. Man fährt nach Sumner zum dortigen Strand und über Lyttelton zu einem Aussichtspunkt auf einem der umliegenden Berge. Das hörte sich für mich ganz spannend an und so hatte ich beschlossen dort mitzugehen.

Mit mir waren wir gerade mal drei vom Hostel (eine sehr schweigsame Australierin aus Melbourne und Deborah aus Kalifornien, die war dafür überhaupt nicht schweigsam) sowie drei weitere Fahrgäste, die wir bei I-site noch aufgesammelt haben.  Unser Guide hat uns natürlich ganz viel zu Christchurch und den Erdbeben erzählt. Leider ist dieses Thema sehr präsent und so kommen wir um eine kleine „Katastrophen-Tour“ nicht herum. Auf dem Weg raus aus der City fuhren wir bei der katholischen Kathedrale vorbei, von der leider nicht mehr allzu viel steht.

Die Leute aus Christchurch sind wirkliche Stehaufmännchen und wollen so schnell wie möglich die Gebäude wieder aufbauen - sofern möglich - oder aber die Gebäude werden abgerissen und es wird neu gebaut. Wirklich erstaunlich finde ich, dass viele mit sehr viel positiver Energie rangehen und sich nicht entmutigen lassen. Seit dem zweiten großen Erdbeben im Februar gibt es viele, viele Nachbeben und dies wird wohl auch noch ein paar Jahre andauern sagen die Experten.

Durch den Osten von Christchurch ging es nun in Richtung Sumner, dem Strandort von Christchurch. Der Osten wurde neben dem Zentrum besonders stark vom Beben betroffen, was man besonders an den Klippen zu sehen bekommt. Mit See-Container wird versucht die Straße von möglichen Steinschlägen zu bewahren.

Am Scarborough Beach legten wir einen kurzen Stopp ein, aber natürlich war in den zwei angesetzten Stunden keine Zeit, um am Strand zu verweilen. Es ist zwar wider Erwarten ein sehr sonniger Tag, aber richtig heiß, ist es nicht.

Von hier ging es dann durch einen Tunnel nach Lyttelton. Seltsamerweise hat das Erdbeben dem Tunnel überhaupt nichts angehabt und so können wir ohne uns weiter Gedanken zu machen hindurch fahren und uns Lyttelton anschauen. Lyttelton ist der Hafen von Christchurch und hier sind die ersten Siedler an Land gegangen. Der kleine Hafenort ist wirklich sehr beschaulich und ich finde es schade, dass ich nicht mehr Tage in Christchurch habe. Denn auf der anderen Seite der Bucht befindet sich die Banks Pensinsula und Akaroa, welches ein wunderschönes Örtchen sein soll.

Über den Dyers Pass ging es zum Aussichtspunkt „Sign of the Takahe“. Von dort hatte man eine tolle Aussicht auf die Stadt und die umliegenden Canterbury Plains. Bei richtig guter Sicht kann man auch die Südalpen sehen, aber wir sehen lediglich die ersten Bergrücken nach den Plains und der Rest verschwindet im Dunst. Die Aussicht ist trotzdem sehr schön und unser Guide wird fast schon ein bisschen sentimental als er erklärte, dass sämtliche hohen Gebäude in der Innenstadt demnächst abgerissen werden und dass zukünftig kein Gebäude mehr höher als 7 Stockwerke sein darf. Das Stadtbild von Christchurch wird sich also nochmal verändern und nicht mehr aussehen wie zuvor.

Im Anschluss ging es dann zurück in die Stadt und wir wurden wieder beim Hostel abgeladen, um den restlichen Nachmittag mit anderen Dingen zu verbringen. Ich hatte eigentlich angenommen, dass ich beim Fahrer bezahlen müsste, aber da er keinen von uns nach Geld oder Tickets gefragt hatte, habe ich gedacht, ich warte mal ab, ob die Mädels von der Rezeption nochmal was zu mir sagen. Da dies nicht der Fall war, bin ich einfach umsonst mitgefahren. Die 20 Dollar kann ich anderweitig gut ausgeben. ;-)

Nach der Tour bin ich nochmal zum Fotoladen marschiert, um die entwickelten Fotos von meiner „Simple Use Camera“ abzuholen. Die Fotos vom Lake Tekapo und der Kirche sind gar nicht so schlecht geworden, aber leider habe ich anstatt einer Foto-CD, Diafilm-Streifen mitbekommen. So muss ich zuhause schauen, ob sich die Fotos digitalisieren lassen.

Da ich heute noch nicht richtig in der Innenstadt und bei der abgesperrten Zone war und mir die Mädels von der Rezeption und auch Jenny von einem Container-Shopping-Centre erzählt hatten, wollte ich dort nochmal hin. Leider kann man von der eingestürzten Kathedrale fast Garnichts sehen. Der Bereich ist wirklich großzügig abgesperrt und nur am Wochenende kann man wohl für ein paar Stunden Einlass bekommen.

Dafür hat aber das Casino wieder geöffnet und man kann im nahegelegenen Container-Shopping-Centre einkaufen gehen. Das ist wirklich eine tolle Idee und „Re:Start“, so nennt sich das Shopping-Centre“, ist wirklich ein toller Ort, um dort zu bummeln und ein bisschen im Café zu verweilen und die Sonne zu genießen.

Zurück im Hostel habe ich gemeinsam mit Jenny gegessen und wir haben uns von unserem Tag erzählt und sie hat mir von ihren Plänen für die nächsten Tage berichtet. Sie trifft sich in ein paar Tagen mit ihrem Freund in Queenstown und dorthin muss sie ab morgen alleine mit dem gemieteten Campervan kommen. Ich habe ihr einiges von meiner Tour erzählt und ihr ein paar Sachen vorgeschlagen, die sie auf den Weg dorthin machen kann. Unter anderem will sie ihrem Freund die Fahrt mit der Gondala in Queenstown auf den Bob´s Peak inklusive dem Dinner-Buffet zu Weihnachten schenken. Über dieses Weihnachtsgeschenk würde ich mich richtig freuen. ;-)

Meine neue Kamera

Clock Tower in Christchurch

Impressionen eines der zerstörten Gebäude

Art Gallery

Camterbury Museum

Botanischer Garten

Katholische Kathedrale

Klippen mit gemolierten Häusern

Da darf keiner mehr drin wohnen

Sumner

Lyttelton

Blick zur Banks Peninsula

Sign of the Takahe

Ausblick auf Christchurch

Speziell für Christiana: Deutscher Obsboden aus Soest !!

Casino

Blick zum Cathedral Square (gezoomt)

Ein Teil des Container-Shopping-Centres


Samstag, 17. Dezember 2011

Wunderschönes Mckenzie Country

Sonntag, 11.12.2011 – Mt. Cook – Twizel – Lake Tekapo

Ich bin heute Morgen ganz früh aufgestanden, damit ich rechtzeitig um 9 Uhr “vorne” in Twizel bin. Bevor ich losgefahren bin, habe ich sicherheitshalber nochmal bei dem Anbieter der LOTR-Tour angerufen … nicht, dass die Tour dann doch nicht stattfindet und ich umsonst losfahre. Aber alles sollte wie geplant starten und somit habe ich gegen 8 Uhr ausgecheckt und bin mit meinem Auto die knapp 45 Minuten nach Twizel gefahren.

Der Morgen war wieder wunderbar sonnig und es fiel wirklich schwer Abschied von Mt. Cook zu nehmen. Auf dem Weg habe ich auch nochmal bei einem der beiden Look-Outs Halt gemacht, da der Anblick einfach zu schön ist, um einfach ohne ein letztes Mal zurückzuschauen davonzufahren. Obwohl der Anblick von Mt. Cook und den umliegenden Bergen im Rückspiegel auch ein tolles Bild abgibt.

In Twizel habe ich dann meine beiden anderen LOTR-Tour-Mitgänger kennengelernt.  Urana aus Asien und Emily aus England. Emily hat sich direkt Angeboten für mich Fotos mitzuschiessen und sie mir hinterher auf den PC zu ziehen. Das finde ich wirklich super, denn ich habe mich schon mit meiner „Simple Use Camera“, Fotos schießen sehen. Ich habe wirklich Glück mit meinen Touren, dass ich immer so nette Leute antreffe.

Wie schon bei der Tour in Wellington sind es diesmal auch nur Frauen, die mitmachen. Vernon, unser Guide, hat da aber nichts dagegen. Mit ihm ging es dann auch direkt los zur Farm der Cameron´s. Der Drehort des Pelenor Battlefield und der White Mountains ist nämlich auf Privatgelände und darf so nicht betreten werden. Auf dem Weg zu dem riesigen Gelände haben wir auch die Besitzer angetroffen. Mr. Cameron war gerade mit seinem Jeep und seinen zwei Bordercollies auf dem Weg zu seinen Schafen und Mrs. Cameron lief uns auf der Straße winkend entgegen.

Unser erster Stopp galt dem kleinen Fluss (Stream) durch den Gandalf mit Pippin in Richtung Minas Tirith geritten ist (die Grenze zwischen Gondor und Rohan). Unglaublich wie winzig der Fluss in Wirklichkeit ist und wie groß und weit dieser doch im Film wirkt - alles eine Frage der richtigen Kameratechnik.

Sir Ian McKellen hat allerdings überhaupt keine der Szenen zu Pferd wirklich auf dem Pferderücken verbracht. Er ist als Kind vom Pferd gefallen und seit dem nie wieder auf eines draufgestiegen und hat angeblich Angst sich einem Pferd nur zu näheren. Für die Reiterszenen gab es deshalb einen Stuntman, der den Gandalf spielte. Ian McKellen ist deshalb auch immer nur mit dem Oberkörper zu sehen, wenn von ihm ein Close-up „auf“ einem Pferd im Film zu sehen ist.
Vom Fluss aus kann man auch die Hügel sehen, auf die Gandalf und Pippin zugeritten sind. Allerdings half dabei ganz viel der Computer nach. Denn die riesige Anlage von Minas Tirith wurde natürlich nicht detailgetreu auf dem Feld der Cameron´s nachgebaut. Auch die Berge im Hintergrund sind andere. Im Film sieht man im dort nämlich die Berge beim Mt. Cook Village.

Vom „Filmset“ ist nichts mehr übrig außer der Straße. Peter Jackson hat penibel darauf geachtet, dass alle Utensilien von den Filmsets verschwinden und die Natur nach dem Dreh wieder genauso aussieht wie vorhin und nichts von ihrer Schönheit eingebüßt hat. Es gibt nur zwei Filmsets bei denen dies anders ist: Hobbiton in Matamata auf der Nordinsel und eben Twizel.

Auf Wunsch der Cameron´s wurde die Straße nämlich nicht wieder zurückgebaut sondern dort belassen, damit der Farmer einen einfacheren Zugang zu seinen Schafweiden hat. Vernon findet das auch ganz gut, denn in den 11 Jahren, die seit dem Dreh vergangen sind und dem Start der LOTR-Touren ein paar Jahre später, ist er oft genug die Schotterstraße entlang gefahren und war dankbar dafür, dass es sie gibt.

Von den insgesamt knapp 30 Drehtagen vor Ort sind im Film gerade mal 32 Sekunden zu sehen! Die Szenen auf den Pelenor Battlefields gehen im Film natürlich viel, viel länger und sind überwiegend digitalisiert oder in Wellington gedreht worden. Sämtliche Szenen, bei denen die Schauspieler auf dem Schlachtfeld agierten, wurden in Wellington gedreht.

Abgesehen von den Kampfszenen auf dem Schlachtfeld wurde hier natürlich auch die Szene gedreht, in der die Streitmacht von Gondor in den Krieg zieht. König Théoden (Bernard Hill) hält hier seine beeindruckende Rede und diese Szene wurde nicht in Wellington sondern genau hier auf dem Feld gedreht. Bernard Hill ist ein richtig guter Reiter und im Vergleich zu anderen Schauspierlern konnte er seine Reiterszenen ohne Stuntman drehen. Die Szene mit der Rede ist besonders schwer, da er das Pferd kontrollieren muss, seine Rede exakt gemäß der Buchvorlage halten muss und zu allem Übel sein Schwer auch noch in der „falschen“ Hand halten muss.

Bis die Szene im Kasten war, hat dies wohl auch einige Zeit gedauert, aber angeblich hat sich die „Streitmacht“ wirklich wie vorm Krieg gefühlt und mit einem „König“ an der Spitze, mit dem nichts schief gehen kann. Vernon hat bei den Dreharbeiten als Fahrer für die Orks agiert und war bei den Dreharbeiten am Set, um auf den Rücktransport zu warten. Er erzählte ganz begeistert von den Szenen mit den vielen Pferden und dass dabei die ganze Erde unter den Füßen gebebt hätte.

Wir drei durften zwischendurch immer mal wieder mit Replica vom Film verschiedene Szenen nachstellen, was wirklich witzig war. Dank Emily habe ich daran jetzt auch richtig schöne Erinnerungstotos. Nach ein bisschen mehr wie 2 Stunden war dann auch unsere Tour wieder vorbei und wir wurden zurück zum Ausgangspunkt gebracht.


Zusammen mit Emily habe ich dann noch die Fotos auf den Rechner gezogen, bevor jeder wieder seiner Wege ging. Ich habe mich nun auf den Weg zum Lake Tekapo aufgemacht. Mein Ziel für heute ist glücklicherweise nur ca. 45 Minuten Fahrtzeit von Twizel entfernt und so kann ich ganz entspannt meine Weiterfahrt antreten.

Unterwegs gab es dann nochmal einen letzten Blick auf Mt. Cook und den Lake Pukaki bevor nach einer Fahrt durch eine schöne weite Hügellandschaft Lake Tekapo und Mt. John vor mir auftauchten. Lake Tekapo hat die gleiche unglaubliche Farbe wie Lake Pukaki und ist deshalb genauso spektakulär anzuschauen.

Mein erster Gang führte mich nicht zum Hostel sondern zu „Earth & Sky“, denn ich musste ja wegen meiner defekten Kamera dort vorstellig werden und anfragen, ob das heute Abend mit der Tour und dem Fotografen klappte. Ich hätte ja am liebsten die Kamera gleich dort gelassen, damit sich Fraser die Kamera in Ruhe vor der Tour anschauen kann, aber mir wurde versichert, dass er um diese Tageszeit normalerweise schläft, da er vorwiegend nachts arbeitet. Also habe ich die Kamera wieder eingepackt und musste auf den Abend hoffen.

Bei I-site habe ich mir noch einen kleinen Übersichtsplan geholt und mir Tipps für den Nachmittag geben lassen. Mittlerweile war es vor lauter Sonnenschein wieder richtig heiß geworden und ich habe mich deshalb zu meinen Lunch auf eine Parkbank in den Schatten gesetzt.

Mein erster Gang danach galt natürlich der kleinen Steinkirche am Rande des Sees. Auf Postkarten und Fotos sieht es immer so aus als ob die Kirche mitten im Nirgendwo am Uferrand statt. Aber in Wirklichkeit steht sie direkt am Ortsrand und davor gibt es auch einen kleinen Parkplatz. Ganz so idyllisch ist dies in Wirklichkeit also nicht. Aber wenn man dann davor steht und nur die Kirche, den See und die dahinterliegenden Berge sieht, kann man schon fast wieder vergessen, dass dahinter direkt der Ort Tekapo anfängt.

Die „Church of the Good Shepherd“ ist wirklich sehr hübsch und am Abend sollte dort auch noch eine Kindergruppe Weihnachtslieder singen. Das habe ich mir direkt vorgemerkt und wenn die Zeit reicht, wollte ich nochmal zurückkommen. Neben der Kirche gibt es auch noch die Statue für die Hütehunde von Mckenzie Country, die ich mir natürlich auch angeschaut habe.

Rund um den Lake Tekapo und auch überall am Straßenrand auf dem Weg dorthin blühen im Moment wunderschöne lilafarbene Lupinen. Das ist wirklich ein perfektes Postkartenmotiv und ich habe mich nun mit der „Simple Use Camera“ daran versucht. Mal sehen ob die Fotos beim Entwickeln im Fotolabor etwas geworden sind.

Von Seeufer war es nur ein kleiner Fußmarsch zurück zu meinem Auto. Denn ich wollte als nächstes im Hostel einchecken und einen kleinen Nachmittags-Spaziergang unternehmen. Das „Lakefront Lodge Backpackers“ liegt ca. 1 km außerhalb von Tekapo direkt am Seeufer neben einem Campingplatz und den Hot Pools. Mit dem Auto ist das wunderbar praktisch, aber zu Fuß wäre ich ungern mit meinem Gepäck von der Busstation dorthin gedackelt.

Die Unterkunft wurde mir von einem Mädel, das ich in Picton in „The Villa“ getroffen habe, wärmstens wegen der Lage am Seeufer und dem offenen Kamin empfohlen. In der Tat war es ein wirklich schönes Hostel. Es gab nicht allzu viele Zimmer und deshalb waren die offene Küche und der daran angeschlossene Aufenthaltsraum nicht riesig, aber doch angenehm groß, so dass jeder genug Platz hatte. Ich hatte ja zusammen mit dem anderen Mädel bei mir im Zimmer die Hoffnung, dass wir heute Nacht dort zu zweit anstatt zu viert schlafen können, aber leider kamen später doch noch zwei Mädels und so war das Zimmer wieder voll.

Ich habe mir kurze Sachen und offene Schuhe angezogen bevor ich meinen Walk zum Mt. John angetreten hatte. Eigentlich bin ich dort oben ja heute Abend auch mit der Sterne-Guck-Tour, aber der Weg dort hoch geht nicht allzu lange und ich habe den ganzen Nachmittag Zeit. Die Aussicht vom Gipfel soll atemberaubend sein. Also bin ich frohen Mutes losmarschiert. Da mein Hostel mehr oder weniger direkt neben Mt. John liegt, konnte ich mir auch schon knapp eine halbe Stunde Wegstrecke sparen, die man sonst vom Dorf noch vor sich hat.

Ich bin zuerst den etwas steileren Aufstieg hoch, um dann beim Abstieg den längeren Weg am Seeufer entlang zu gehen. Angeblich sollte man für den Aufstieg eine Stunde brauchen, aber die war nicht komplett notwendig, so dass ich genügend Zeit hatte, die schöne Umgebung auf mich wirken zu lassen. Man kann von dort oben bis zum Mt. Cook sehen, aber ich war mir nicht ganz sicher, welcher der Berge nun denn Mt. Cook ist und welcher nicht.

Auf dem Weg um den Gipfel herum, um den richtigen Pfad wieder runter zum Seeufer zu finden, habe ich dann noch Anne getroffen. Anne ist eine echte Kiwi und hat schon in ganz vielen Orten auf der Südinsel gewohnt. Wir kamen ins Gespräch, da sie mich gebeten hatte, von ihr ein Foto zu machen. Dabei stellten wir fest, dass wir beide für die heutige „Sunset-Tour“ auf Mt. John gebucht sind. Ich hatte ihr auch von meinem Schlamassel mit der Kamera erzählt und sie hatte sich direkt angeboten von mir Fotos zu machen und sie heute Abend bei mir auf den PC zu spielen. Somit haben wir uns für später wieder verabredet und ich war ganz guter Dinge, falls meine Fotos von heute nichts werden.

Der Rückweg war wirklich sehr schön zum Laufen und im Vergleich zu meiner letzten großen Wanderung war dies echt Pille-Palle. Meinen Weg kreuzte noch eine kleine Schafherde. Die sind dann alle davon gerannt als ich näher kam. ;-)

Zurück im Hostel habe ich mich schnell geduscht und umgezogen, um direkt zu den „Christmas Carols“ in der „Church of the Good Shepherd“ zu fahren. Da habe ich auch wirklich gut getan früh dran zu sein, denn die Kirche ist wirklich winzig und füllte sich total schnell. Ich habe mir in der letzten Ecke einen Platz gesichert. Neben mir saß auch noch ein Mädel aus Übersee, die sich auch ein bisschen auf Weihnachten einstimmen wollte.

Die Schulkinder waren auch wirklich total süß wie sie vorne standen und jeder seinen Beitrag leistete. Die ganze Gemeinde durfte dann auch die weihnachtlichen Lieder mitsingen. Davon kannte ich abgesehen von „Mary´s Boy Child“ und „We wish you a Merry Christmas“ allerdings keines, so dass ich mich gesanglich zurückgehalten habe. ;-)

Die kleine Abendveranstaltung dauerte eine knappe halbe Stunde und war für mich eine wirklich nette Einstimmung auf Weihnachten, denn so viel kriegt man davon auf Reisen nicht mit. Hier gibt es keine Tradition mit Weihnachtsmärkten und übermäßig geschmückt wie z. B. in Amerika wird hier auch nicht.

Zurück im Hostel habe ich dann mein Abendessen zubereitet bevor es dann zur „Sunset star gazing tour“ losging. Beim Check-in wurden wir alle mit dicken Daunenjacken eingekleidet, damit uns nachher nicht kalt wird. Mir war gar nicht bewusst, dass wir so viel vom Abend draußen verbringen werden. Aber gut, dass wir die Jacken hatten, denn der Wind pfiff schon ganz ordentlich auf dem Berggipfel und wenn man dort drei Stunden herumsteht, kann einem doch schnell kalt werden.

Nach einer knapp 15 Minütigen Busfahrt auf den Gipfel des Mt. Johns und zum Observatorium konnte die Tour losgehen. Chris sollte uns hauptamtlich durch den Abend führen und Matt half ihm beim Einstellen der Teleskope und erklärte ebenfalls das ein oder andere Sternbild. Chris ist ein ganz witziger Typ, der mich ein bisschen an einen durchgeknallten Professor erinnerte. Der geht in seinem Job wirklich auf. Echt toll, wenn man so viel Spaß an seiner Arbeit hat.

Wir kamen pünktlich zum Sonnenuntergang oben an und der Himmel hatte eine tolle rötliche Farbe. Unglaublich schön, wenn nah man hier dem Himmel kommt. Die Dunkelheit brach dann auch bald herein und in Tekapo gingen die Lichter an. Da rund herum nicht allzu viele Ortschaften sind, ist es richtig dunkel und somit optimal für ein Stern-Observatorium.

Die ersten „Sterne“ konnten dann auch bald ausgemacht werden. Venus und Jupiter waren zu sehen, bevor dann später ganz viele andere Sterne und Sternbilder am Himmel „auftauchten“. Mit großen Teleskopen konnten wir die Sterne von nah betrachten und uns ein besseres Bild von den Sternen machen, denn manche Formationen kann mit dem bloßen Auge gar nicht erkennen.

Um uns ein bisschen aufzuwärmen, hat uns Chris im dazugehörigen „Astro Café“ noch eine kleine PowerPoint-Präsentation vorgespielt und als Highlight gab´s dann auch noch heiße Schokolade und einen Schoko-Brownie mit heißer Fruchtsoße und Sahne. So kann man es sich gut gehen lassen und ich fand die Dollars für die Tour besonders gut investiert.

Mein Highlight war natürlich das „Southern Cross“ – das Kreuz des Südens. Da sich die Erde dreht, wandert der Sternenhimmel um uns herum und deshalb kann man nicht sagen, dass man immer in DIE Richtung gucken muss, um es zu finden. Ich habe wieder einiges gelernt und bin gespannt ob ich das ein oder andere auch auf den Sternenhimmel der nördlichen Hemisphäre übertragen kann.

Mit Fraser, dem Fotografen, habe ich dann auch gesprochen. Er war gerade dabei sein Profi-Equipment auszupacken als wir aus dem Café kamen. Er hat mir dazu auch einiges erklärt und sich dann meine Kamera angeschaut. Leider machte er mir keine allzu großen Hoffnungen, denn er meinte, dass die auf jeden Fall im Canon Repair Centre repariert werden müsste. Aber immerhin bescheinigte er mir, dass die Powershot S95 eine wirklich gute Kamera ist und es wirklich ärgerlich ist, dass sie nun nicht mehr recht funktioniert. ;-(

Der Mond tauchte dann auch noch auf und durfte einen Blick durch das Teleskop auf ihn werden. Das hat ganz schön geblendet, denn der Mond ist richtig hell. Da erst vor kurzem Vollmond war, war der Mond auch noch ordentlich rund und warf ein schönes Licht auf den See und die umliegenden Berge. Zum Fotografieren war das Fraser aber fast schon wieder zu hell, da der Himmel auf den Fotos dann eher blau als schwarz rauskommt – des einen Freud, des anderen Leid.

Gegen kurz nach 23 Uhr ging es mit dem Bus zurück. Da Anne auch bei mir im Hostel untergebracht war, allerdings im Gebäude nebenan, habe ich sie im Auto mitgenommen und wir haben unsere Foto-Aktion auf den anderen Morgen verschoben. Ich hätte ja nicht gedacht, dass wir so spät erst vom Berg runterkommen. Das war ein wirklich schöner Abschluss dieses tollen Sommertages im Mckenzie Country.


Stream

Hügel auf die Gandalf zuritt

Pelenor Battlefield

Extra gebaute Straße

Ein Kämpfer für Gondor ;-)

Hügel über den die Streitmacht geritten kam

Wir gegen Mordor

Vernon mit Flagge

Details von Eowen´s Schwert

Details von Théoden´s Schwert

Nachgestellte Szene ;-)
Mt. John und das Observatorium


Das Observatorium


Lupinen

Sonnenuntergang am Mt. John

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Von der Ostküste in die Südalpen - Oamaru - Mt. Cook

Freitag, 09.12.2011 – Oamaru – Mt. Cook

Leider wurde meine Nachtruhe aufgrund eines ziemlich lauten Schnarchers nebenan erheblich gestört und somit musste ich meine Idee einmal wieder ohne Oropax zu schlafen verwerfen. Nach einem gemütlichen Frühstück, hieß es dann wieder alle Sachen zusammenpacken und auschecken. Mit mir gingen auch alle anderen, die gestern angereist sind.

Da ich gestern von Oamaru selber nicht allzu viel  gesehen habe - abgesehen von I-site und der Pinguin-Aussichtsplattform -, wollte ich heute unbedingt bevor es weiter Richtung Mt. Cook ging, dort noch ein bisschen Zeit verbringen und das historische Stadtzentrum erkunden. Zuerst bin ich aber nochmal in Richtung Pinguin-Aussichtsplattform gefahren, um dort das tolle Pinguin-Hinweisschild zu fotografieren. ;-)

Danach ging´s dann in Richtung Innenstadt und mit einem Kaffee von „Steam“ bewaffnet die Hauptstraße hoch und runter. Die Gebäude wirken wirklich wie aus einer anderen Zeit und am Wochenende kann man hier sogar Leute in alten Gewändern betrachten, denn den Einwohner aus Oamaru ist ihre alte Tradition ganz wichtig und diese wollen sie ihren Besuchern auch vorführen. Da ich aber an einem gewöhnlichen Wochentag dort war, gab es keine spezielle Vorführung, sondern ich musste mit dem „gemeinen Volk“ vorlieb nehmen.

Nach einem kurzen Supermarkt-Stopp ging es für mich auch schon wieder weiter. Denn die Fahrt nach Mt. Cook sollte mindestens drei Stunden gehen und da ich unterwegs noch den einen oder anderen Stopp machen wollte, würde sich das noch in die Länge ziehen. Auf Empfehlung von Gloria wollte ich mir nämlich für die Fahrt durch das Tal des Waitaki Rivers genügend Zeit nehmen und die schöne Landschaft genießen. Zuerst aber wollte ich noch einen Abstecher zu den „Elephant Rocks“ machen. Laut LonelyPlanet ist das nämlich einer der Drehorte für die Verfilmungen von „Narnia“ und im Speziellen: Aslan´s Camp.

Leider gestaltete sich die Suche nach diesem Ort als relativ schwierig. Im Navi was dies nicht einzuprogrammieren und die Beschreibung im Reiseführer war recht schwammig und auch die vielen Karten, die ich unterwegs gesammelt hatte, brachten nicht allzu viel Licht ins Dunkel. Als ich eigentlich schon leicht entnervt die Suche aufgegeben hatte, bin ich doch noch an der Steinformation vorbei gefahren. Super, denn nun konnte ich doch noch einen Stopp einlegen und mal einen Drehort von einem anderen Film als immer nur „Lord of the Rings“ im Bild festhalten. ;-)

Nachdem ich nun endlich die Rocks gefunden hatte, konnte ich wieder zurück auf die Hauptstraße, dem Motorway No. 83, fahren. Von hier ging es den Waitaki River aufwärts Richtung Alpen. Das Wetter wurde ab hier auch besser und von den anfänglichen Wolken war bald nichts mehr zu sehen und die Sonne strahlte sprichwörtlich über alle Berge.

Einen kleinen Stopp habe ich beim Waitaki Damm und der dortigen Power Station eingelegt. Hier sieht man schon zum ersten Mal das unglaubliche Blau, welches die Bergseen in dieser Region haben. Dank dem Gletscher haben die Seen hier eine Farbe, die schwer beschreibbar, aber unglaublich schön blau ist.  

Meinen Lunch-Stopp habe ich dann am Lake Benmore eingelegt. Da das Wochenende nun für viele Kiwis angefangen hat, sind hier viele Familien mit ihren Kindern zum Kanu und Boot fahren unterwegs. Auch an diesem Lake gibt es eine Power Station. In dieser Region wird unglaublich viel Strom mit Wasserkraft für ganz Neuseeland gewonnen.

Vom Lake Benmore ist es nicht weit bis nach Omarama, dem Ende oder dem Anfang des Waitaki Tales, je nachdem aus welcher Richtung man kommt. Hier habe ich auf Empfehlung von Gloria einen Stopp bei „The Wrinkly Rams“ eingelegt. Wenn ich nicht schon dreimal einer Schafscher-Show beigewohnt hätte, hätte ich mir das hier auch nochmal anschauen können. Ich kam pünktlich zur Vorführung um 15 Uhr dort an. Aber da ich das ja jetzt schon oft genug miterlebt habe, habe ich mich mit meinem Afternoon Tea zufrieden gegeben. ;-)

Dafür habe ich dann etwas anderes interessantes entdeckt und zwar ein Prospekt zu einer LOTR-Tour in Twizel – dem letzten Ort vor Mt. Cook. Ich wollte ja eigentlich keine Tour mehr zu „Lord of the Rings“ mehr machen, aber das Prospekt war dann doch zu einladend. Die Tour geht auch nur 2 Stunden und wird sogar von Ian Brodie, dem Autor von „Lord of the Rings Location Guidebook“ empfohlen. Also hab ich dort angerufen und angefragt, ob ich am Sonntag, wenn ich von Mt. Cook weiter nach Lake Tekapo fahre, noch bei einer Tour mitmachen kann.

Von Omarama ist man nach kurzer Fahrt in Twizel. Dort habe ich nochmal aufgetankt, da ich nicht genau wusste, ob man im Mt. Cook Village tanken kann. Falls ja, ist es aber bestimmt billiger dies hier zu tun als mitten in den Bergen. Somit konnte ich auch schon mal schauen, wo am Sonntag der Treffpunkt für die LOTR-Tour sein wird.

Die Fahrt zum Mt. Cook Village war wirklich beeindruckend. Am bisher größten Gletschersee, dem Lake Pukaki, ging es entlang immer weiter in die Berge rein. Mt. Cook „begrüßte“ einem direkt von am „Eingang des Tales“ – ein sagenhafter Ausblick und der musste natürlich in etlichen Fotos festgehalten werden.

An zwei Look-Outs entlang des Sees habe ich einen Stopp eingelegt, um die tolle Aussicht auf den See und die umliegenden Berge zu genießen. Leider ist mir dann etwas total dummes und für mich absolut schlimmes passiert: meine Kamera ist heruntergefallen und tut seitdem nicht mehr richtig!! Sie schließt nicht mehr und auf den Fotos gibt es einen schwarzen Rand.

Ein wahrer Albtraum erstrecht an so einem wunderschönen Flecken Erde, wo man Fotos ohne Ende schießen möchte. Nun konnte ich nur noch drauf hoffen, dass ich im Mt. Cook Village irgendjemanden finde, der mir weiterhelfen kann.

Beim Check-in in der „Mt. Cook Backpackers Lodge“ habe ich gleich nachgefragt, ob es hier im Ort jemanden gibt, der mir weiterhelfen kann. Zur Antwort habe ich daraufhin bekommen, dass der nächste Kamera-Laden in Queenstown oder Christchurch ist. Ich konnte es ja schier nicht glauben, denn die Städte sind alle beide knapp 3 Stunden Fahrt weg.

Immerhin konnte mir der etwas kauzige Typ an der Rezeption dann in sofern helfen, dass ich nicht den Normalpreis für die Übernachtung und die Tour mit dem Gletscher-Boot bezahlen musste, sondern den günstigeren Stray-Preis bekommen habe und das obwohl ich nicht mit dem Bus unterwegs war.

Ausgerüstet mit einer kleinen Karte wurde ich dann zum ehrenwerten Hotel „The Hermitage“, dem Dreh-und Angelpunkt im Ort, geschickt, um dort im Shop nach einer „Single Use Camera“ zu fragen und die Möglichkeit abzuklopfen ob es dort vielleicht Leih-Kameras gibt. Leider gab es dort keine Kameras zum Ausleihen, aber immerhin „Simple Use Cameras“ zum halben Preis. So habe ich mir zum allerersten Mal überhaupt so eine Kamera gekauft.

Die nette Dame in dem Souvenir-Shop war wirklich sehr nett und hat sehr mit mir mitgefühlt. Sie hat mir dann noch den Tipp gegeben, wenn ich nicht bis zu meiner Ankunft in Christchurch warten wollte, es in Lake Tekapo bei „Earth & Sky“ zu versuchen. „Earth & Sky“ ist ein Tour-Anbieter für Touren zum Stern-Observatorium auf Mt. John direkt neben Lake Tekapo. Ich hatte mit dieser Firma sowieso schon Emails ausgetauscht und auch einmal dort angerufen, weil ich mit denen eine Tour zum Sterne angucken gebucht hatte.

Also habe ich dort zum zweiten Mal angerufen und nachgefragt, ob die Möglichkeit besteht, dass einer der Sterne-Fotografen einen Blick auf meine Kamera wirft und mir gegebenenfalls weiterhelfen kann. Die freundliche Dame am anderen Ende hat mir direkt zugesagt, dass am Sonntag der beste Fotograf überhaupt Dienst hat und dass Fraser sich bestimmt meine Kamera angucken wird, da er das für andere auch schon gemacht hat. Sie wollte ihren Kollegen Bescheid geben, da sie am Sonntag nicht da ist, wenn ich zu meiner Tour komme.

Ich war nun ein bisschen erleichtert, da ich nun das Gefühl hatte, dass ich nicht mehr ganz so hoffnungslos bin. Wie ich hier die nächsten anderthalb Tage ohne „richtige“ Kamera und nur 27 Fotos von der „Single Use Kamera“ auskommen soll, ist mir allerdings ein Rätsel. Denn morgen wollte ich ja die Tour mit dem Boot zum Tasman Glacier und – wenn möglich – einen Scenic Flight machen. Für Sonntagmorgen hatte ich mir ja noch überlegt, bei der „Lord of the Rings“-Tour in Twizel mitzugehen und das ohne Fotos … undenkbar!

Ich habe mir zur Ablenkung eine Eintrittskarte zum Film über das Leben und Wirken von Sir Edmund Hillary gekauft. Direkt neben dem Souvenir-Shop im „The Hermitage“-Hotel gibt es nämlich das „Sir Edmund Hillary Alpine  Centre“, in dem man sich zu ihm und anderen Bergsteiger in der Mt. Cook Region informieren kann. Sir Edmung Hillary hat sich hier für die Erstbesteigung des Mt. Everest im Himalaya vorbereitet. Neuseeland hat noch andere erfolgreiche Bergsteiger hervorgebracht, aber er ist einer der bekanntesten Neuseeländer überhaupt und das wurde vor dem Hotel auch mit einer Statue gewürdigt.

 Nach meinen ersten aufregenden Stunden im Mt. Cook Village habe ich versucht den Abend etwas entspannter ausklingen zu lassen. Nachdem ich mein Dinner in der Gemeinschaftsküche gekocht hatte, habe ich noch mit Judith telefoniert und bin ich auf mein Viererzimmer, welches ich heute mit zwei Deutschen Mädels und einer aus England teilen durfte.

Pinguin-Schild in Oamaru

Tea Rooms

Impressionen von Oamaru

Impressionen von Oamaru

Look-Out auf Oamaru

Elephant Rocks

Damm

Mein Mietwagen

Entlang des Waikato Rivers

In der Ferne taucht Mt. Cook auf

Lake Pukaki

Mt. Cook















































Samstag, 10.12.2011 – Mt. Cook

Nach dem Frühstück habe ich mich zuerst um die Buchung meiner heutigen Touren gekümmert. Laut dem Rezeptionisten sollte ich die Bootstour um den Flug herum buchen. Also hat er dort angefragt, ob ich bei einem der nächsten Runden mitfliegen kann. Dies sah für den Vormittag allerdings nicht ganz so gut aus und wir sollten uns gegen 14 Uhr nochmal melden. Deshalb bin ich als erstes doch zur Tour mit „Glacier Explorers“ gestartet.

„Glacier Explorers“ bietet Bootstouren auf dem See direkt am unteren Ende des Tasman Glaciers an. Der Tasman Glacier ist der größte Gletscher in Neuseeland. Eine solche Bootstour kann man auch nicht überall auf der Welt machen sondern nur an wenigen Orten, weil Gletscher nicht notwendigerweise in einem See enden. Deshalb dachte ich, dass ich das hier unbedingt machen muss, wenn das so eine einmalige Erfahrung sein soll.


Mit mir dachten das noch knapp 15 Asiaten. Ich war die einzige Nicht-Asiatin auf der Tour, was am Anfang sehr seltsam war. Ein bisschen erinnerte mich das an Grindelwald in der Schweiz und  den Zug, der aufs Jungfrau Joch hochfährt. Ein Zugticket ist richtig teuer und man sieht dort im Zug bis auf wenige Ausnahmen auch fast nur Asiaten.

Leider musste ich feststellen, dass auch „Glacier Explorers“ keine Leihkameras anbietet und ich mich mit den anderen Gästen unterhalten und gegeben falls Email-Adressen austauschen muss. Ein Pärchen war mir gleich beim Einsteigen in den Bus zum Gletscher-See aufgefallen und ich hatte beschlossen, die beiden nachher um Fotos zu bitten.

Dies erwies sich als absoluter Glücksfall, denn Athena und Frank aus Taiwan waren total süß und haben mir gleich ohne groß Nachfragen ihre kleine Kompakt-Kamera in die Hand gedrückt, da sie ja noch die große Spiegelreflexkamera zum Fotos machen dabei hatten. Ich war ziemlich geplättet und konnte es ja erst nicht fassen.

Auf dem Weg vom Bus-Abladeplatz zum Gletschersee haben mir die beiden dann erzählt, dass sie mit einem Work-Holiday-Visa hier sind und die nächsten Wochen im „The Hermitage“-Hotel im Housekeeping arbeiten. Heute und morgen haben sie frei und können somit die Umgebung erkunden. Allzu viel haben die beiden nämlich auch noch nicht gesehen, da sie erst vor knapp 3 Wochen in Neuseeland angekommen sind und die ersten zwei Wochen in Christchurch waren.

Um auf dem Gletschersee im Boot herumzucruisen, wurden wir als allererstes mit Sicherheitswesten ausgestattet und dann hieß es ins Boot einsteigen. Nur zur viert durften wir auf die Jetty, um von dort ganz vorsichtig ins Boot umzusteigen. Leider konnte ich nicht neben Athena und Frank sitzen sondern musste mit einem Platz am Ende des Bootes neben zwei anderen Mitarbeitern von „Glacier Explorers“ vorlieb nehmen.

Die Bootstour war richtig toll. Wir durften als erstes unsere Hände in das eiskalte Wasser halten, um uns davon zu überzeugen, dass wir NICHT ins Wasser fallen möchten. Entlang an großen Eisbergen ging es dann in knapp einer Stunde über den See. Unser Guide hat uns allerhand zum Gletscher und der Entstehung des Sees berichtet, uns einen Eisbrocken in die Hand gedrückt und als Highlight machten wir natürlich am Ende vor dem Gletscher Halt. Allzu nahe heran sind wir allerdings nicht gefahren, weil das zu gefährlich werden könnte, falls ein Teil vom Gletscher abbricht und in den See stürzt.

Unser Guide wurde von den beiden, die neben mir saßen, überprüft und bewertet. Das war für mich ziemlich blöde, denn ich hörte die beiden sich die ganze Zeit über die Performance von unserem Guide unterhalten und erzählen, was gerade nicht ganz so toll war.

Bevor wir dann wieder vom Bus beim Hotel abgeliefert wurden, habe ich mit Athena und Frank ausgemacht, dass ich ihre Kamera auch noch für den Nachmittag ausleihen kann und somit auch Fotos von meinem möglichen Flug machen kann. Wir wollten uns dann gegen 17 Uhr bei mir im Hostel treffen.

Zurück im Hostel musste ich dann leider feststellen, dass der Flug um 14 Uhr nicht stattfinden konnte, da ich bisher die einzige war, die sich für diese Zeit einbuchen wollte und nur mit einem Fluggast startete der Flieger nicht. Ich habe mich dann nach einem kurzen Lunch mit einer Zeitschrift ein bisschen in die Sonne gesetzt und nochmal eine knappe Stunde abgewartet. Leider sah es eine Stunde später auch nicht besser aus, so dass mir empfohlen wurde meine Handy-Nr. dazulassen und draußen einen kleinen Spaziergang zu unternehmen anstatt wartend herumzusitzen.

Vielleicht könnte ein Flug um 16.30 Uhr möglich werden, denn es gibt wohl noch jemanden, der fliegen möchte, aber schon mehrmals den Zeitpunkt verändert hatte. Also habe ich mich aufgemacht ein bisschen durch das Tal zu wandern. Da es mittlerweile so warm war, hab ich meine Wanderschuhe gegen die Trekkingsandalen ausgetauscht und meinen Weg zum Campingplatz und dem Alpine Monument angetreten. Allerdings war ich viel schneller dort als auf dem Wegweiser angeben.

Ich habe mir deshalb viel Zeit genommen die vielen Gedenktafeln am Alpine Monument zu lesen und habe mich dann auf einen Stein am Eingang zum Campingplatz gesetzt, denn der Rezeptionist vom Hostel meinte, dass er gegen 16 Uhr bei mir anrufen möchte, um mir Bescheid zu geben, ob es klappt oder nicht und falls ja, könnte ich auch beim Campingplatz abgeholt werden.

In der Tat habe ich dann auch den erhofften positiven Anruf vom Hostel erhalten, allerdings hieß es nun, dass der Flug um 17 Uhr geht und dass nicht nur eine große Runde rund um Mt. Cook und der Gletscherwelt der Südalpen geflogen wird, sondern dass noch eine Landung auf einem der drei Gletscher stattfinden wird. Das wollte ich ja eigentlich nicht, denn das war nochmal über 100 Dollar teurer. Allerdings wurde mir nun mitgeteilt, dass ich nicht den kompletten Preis bezahlen muss, sondern die zusätzliche Landung mehr oder weniger zum Preis „ohne Landung“ bekommen sollte. Ich durfte das natürlich nicht gegenüber den anderen zahlenden Gästen erwähnen, denn sonst würden die sich ja über den Tisch gezogen fühlen.

Meinen Pick-up am Campingplatz konnte auch organisiert werden und ich ließ das Hostel noch wissen, dass ich ja Besuch von Athena und Frank erwartete und dass sie den beiden doch bitte Bescheid geben sollte, dass ich später zurückkomme, da sich mein Flug verschoben hatte.

Etwas besorgt registrierte ich dann als ich aufgelegt hatte, dass ich ja weder geschlossene Schuhe noch eine Fleece-Jacke dabei hatte. Ich hatte ja nicht damit gerechnet, dass ich heute noch auf einem Gletscher landen werde und mich deshalb luftiger angezogen. Aber das stellte sich als nicht allzu großes Problem heraus. Beim Check-in beim Mt. Cook Airport erzählte mir die nette Dame am Schalter, dass sie gestern auch mit ihren Sandalen aufm Gletscher war und dass das gar nicht so kalt war wie gedacht. Bezüglich meiner fehlenden Jacke konnte sie mir insofern helfen, dass sie mir eine Fleece-Jacke vom Airport-Team gegeben hatte.

Für meine „Mitflieger“ ein Pärchen aus Südkorea auf Honeymoon und einem weiteren Gast wurden auch Fleece-Jacken bereitgestellt. Wir mussten dann noch ein bisschen warten bis unser Helikopter kam, denn der war noch unterwegs um Bergsteiger vom Berg zu holen. Da gab es wohl ein bisschen ein Durcheinander wegen deren Buchung und deshalb waren die Fluggäste nach der Landung noch schwer am Diskutieren und unser Abflug verzögerte sich entsprechend.

Als es endlich losging, stieg bei allen die Spannung. Das Pärchen setzte sich zusammen nach vorne und ich durfte hinten neben dem anderen Fluggast Platz nehmen. Nach der Gletscherlandung konnten wir gegeben falls die Plätze tauschen. Vom Flughafen ging es zuerst in Richtung Tasman Glacier und dann in einer kleinen Kurve über den Mount Wakefield. Ich bin ganz erschrocken, denn ich hatte fast das Gefühl, dass wir gleich gegen den Berg fliegen, so nah kam mir das vor. Aber unser Pilot beruhigte mich und meinte, da wäre noch genug Luft.

Der war richtig nett und hat uns ganz viel erklärt und gezeigt welcher Berg wie heißt und wo wir als nächstes entlang fliegen. Auch als es gegen später etwas unruhig wurde, was für einen Helikopterflug ja ganz untypisch ist, hat er gleich erklärt, dass das an den Luftstörmungen am Mt. Cook liegt und es kein Grund zur Beunruhigung ist.

Das war wirklich ein Wahnsinns Gefühl wie wir so am Mt. Wakefield entlang auf Mt. Cook zugeflogen sind. Ganz nah kamen wir Neuseelands höchstem Berg und der Gipfel schien zum Greifen nah. Unglaublich wenn man überlegt, was das für eine Wahnsinns Kraftanstrengung ist, den Berg zu erklimmen und wie einfach es ist einfach mit dem Helikopter daran vorbeizufliegen.

Als nächstes ging es dann ÜBER den Mt. Tasman. Ich war ganz aus dem Häuschen als unser Pilot erklärt, dass wir gleich ÜBER Mt. Tasman fliegen würden. Einfach der Hammer, dass wir einfach über einen Berg mit knapp 3000 m drüber fliegen!

Ich hatte über meine Schulter zurück nun einen super Ausblick über den Tasman Glacier, den Gletschersee und Lake Pukaki. Wirklich beeindruckend.

Ein weiteres Highlight war, dass wir nun „auf der anderen Seite“ waren und wir auf die Westküste blicken konnten. Wir sahen das Meer durch die Wolken hindurch und auch den Fox und den Franz Josef Glacier. Endlich hab ich doch meinen Flug über den Franz Josef Glacier bekommen!

Von hier ging es dann in einer kleinen Schleife zurück zum Tasman Glacier und auf zur Landung auf dem Gletscher. Hierzu sind wir zuerst eine kleine Runde über den Gletscher geflogen bevor der Helikopter ganz einfach auf dem Gletscher aufgesetzt hatte. Wir hatten dort einen ca. 10 minütigen Aufenthalt im ewigen Eis und ich holte mir ein bisschen kalte Füße. Wir konnten Fotos vom Gletscher und der einmaligen Aussicht machen – rund um uns herum sind nur Berge und keine anderen Menschen.

Trotz Trekkingsandalen und Schnee zwischen den Zehen war es erstaunlicherweise nicht zu kalt und ich war wirklich glücklich, dass das alles so gut geklappt hatte und ich sogar noch einen Bonus oben drauf bekommen hatte. Wer hätte das gedacht.

Auf dem Weg zurück durfte ich dann vorne sitzen. Das fand ich zwar ganz toll, aber ein bisschen mulmig war mir dann doch. Denn wir flogen noch zu einer Stelle wo man besonders gut, das Eis anschauen kann und wo es viel zu gefährlich für Menschen zum Klettern ist: dem Hochstetter Icefall. Das war wirklich spektakulär. Das Eis hat dort echt seltsame Formen angenommen.

Von dort ging es dann ein bisschen wie in einem James-Bond-Film senkrecht den Icefall mit dem Heli runter und dann durch das Tal über den Gletscher hinweg Richtung Gletschersee und Flughafen. Dem Südkoreaner bekam das nicht so gut, ihm wurde ein bisschen schlecht und er war ganz weiß im Gesicht. Mir war bei der Kurve auch ein bisschen mulmig, aber das legte sich glücklicherweise gleich wieder.

Vom Gletschersee war es nicht mehr weit zum Flughafen und nach einer letzten kleinen Schleife über den Fluss haben wir zur Landung angesetzt. Ein unglaubliches Erlebnis, was ich nicht missen möchte. Mit dem Bus ging es dann zurück zum Hostel, wo ich dann leider erfahren musste, dass Athena und Frank angeblich nicht zum vereinbarten Treffpunkt erschienen sind. Dies stellte sich als Missverständnis heraus, denn sie waren da, aber hatten sich nicht an der Rezeption gemeldet, sondern nur bei meiner Zimmerpartnerin aus England und dem Mann an der Bar, aber da die beiden von nichts wussten, konnten ihnen keiner Bescheid geben, dass ich mich verspätete.

Das war mir total unangenehm, denn die beiden waren ja so nett zu mir und ich wollte das auf garkeinen Fall ausnutzen. Glücklicherweise konnte das Mädel von meiner Rezeption über eine Bekannte im „The Hermitage“-Hotel die beiden dort ausmachen und Bescheid geben, dass wir unser Treffen nun nachholen konnten.

Mit Ahtena und Frank habe ich mich dannn an der Bar getroffen. Als Dank hab ich Ihnen einen Drink ausgegeben. Das ist zwar nichts großes, aber die beiden mussten schwer überzeugt werden, dass sie die Getränke überhaupt annehmen. Wir haben uns noch länger unterhalten und ich habe dort auch noch was gegessen. Das war ein schöner Abschluss des Abends.

Auf meinem Zimmer habe ich mich dann noch ein bisschen mit meiner Zimmernachbarin unterhalten. Heute Nacht sind wir nur zu zweit im Viererzimmer. Das ist zur Abwechslung auch ganz schön.

Unser Bus

Mt. Cook und der Gletschersee

Ein Teil vom Gletscher

Eisberg

Mt. Cook, Tasman Gletscher und ich

Athena, ich und Frank

Mt. Cook Backpackers Lodge

Statue von Sir Edmund Hillary

Blick vom "The Hermitage"-Hotel zum Mt. Cook

Alpine Monument





Lake Tasman aus dem Helikopter

Dem Mt. Cook ganz nah

Tasman Glacier und Lake Pukaki

Franz Josef Glacier and West Coast

Lake Tasman, Lake Pukaki und Mt. Cook

Der Gletscher ist so lang, den kriegt man garnicht vollständig aufs Bild

Gletscherspalten

Ich auf dem Tasman Glacier

Heli, ich und unser Pilot

Hochstetter Icefall

Lake Tasman

Mit Athena und Frank in der Bar beim Anstosen auf den tollen Tag