Nach über 10 Jahren im Arbeitsleben und vielen angesparten Überstunden gönne ich mir 2011 eine viermonatige Auszeit vom Alltagstrott.
Anfang September startet mein kleines Abenteuer und dann heißt es auf in die weite Welt.
Ich werde Australien, Neuseeland und die Südsee kennenlernen und kann´s kaum glauben, dass es bald losgeht.

Freitag, 18. November 2011

Raglan - Maketu - Rotorua

Samstag, 12.11.2011 – Raglan – Maketu

Von Raglan ging es dann am anderen Morgen mit dem Bus weiter. Mit einem Stopp bei den Waitomo Caves ging die Route bis nach Maketu. Maketu liegt an der Bay of Plenty, also an dem Teil vom Meer, an dem auch die Coromandel Halbinsel liegt. Eine ganz schöne Fahrerei nur um einen Abstecher nach Raglan zu machen.

Das Wetter war heute perfekt für die Höhlenbesichtigung, denn es fing auf dem Weg zu den Waitomo Caves an zu regnen. Stray bot uns verschiedene Aktivitäten an, um die Höhlen zu erkunden. Allerdings verlangten diese alle eine gute Portion Mut. Entweder konnte man sich durch die Höhlen an einem Seil entlang hangeln und sich über 100 m abseilen lassen oder man konnte mit Autoreifen durch den Fluss in der Höhle raften.

Mir und auch ein paar anderen war das dann doch zu abenteuerlich und teuer. Dank meinem Lonely Planet Guide Book habe ich noch eine Alternative gefunden. Es gab noch eine 45-Minuten-Führung durch eine andere Höhle, der Glühwürmchenhöhle, mit anschließender Bootsfahrt durch die Höhle. Trouble hat dies als „Disney World“ umschrieben und ein bisschen war das auch so, aber dafür sehr real und vor allem ohne Adrenalin-Kick.

Für alle die, die nicht auf Abenteuer eingestellt waren, gab es die Möglichkeit auf einen kleinen Berg direkt neben dem Höhleneingang zu laufen. Von dort hatte man eine schöne Aussicht über die Region. Es hatte auch wieder aufgehört zu regnen, so dass er Aufstieg auch nicht zu beschwerlich war.

Auf dem Hügel befand sich im späten 18. Jahrhundert das Opapaka Pá. Dort gab es eine kleine Ansammlung an Häusern und es wurden jede Menge Süßkartoffeln (Kumara) angepflanzt. Davon kann man heute allerdings nichts mehr sehen. Es weist lediglich eine Infotafel am Gipfel darauf hin.

Mit Anouk (Niederlande) und Charlotte (Dänemark) bin ich im Anschluss ins Dorf geschlendert. Die Höhle und der Hügel befanden sich nämlich etwas außerhalb, aber mit ein paar Minuten Gehen war man schnell dort angelangt. Im I-site haben wir drei Tickets für die Glühwürmchenhöhle gebucht und sind dann dorthin marschiert.

Zusammen mit ganz vielen Asiaten ging die Führung dann auch gleich los. Unser Guide hat uns erklärt, wie die Höhlen entstanden sind. Am Ende der Höhle befindet sich der größte Raum der Höhle (die Kathedrale). Dort gibt es ab und zu Konzerte und erst gestern fand dort auch eine Hochzeit statt.

Ganz am Ende konnte man dann auch die Glühwürmchen an der Decke sehen. Über einen kurzen Fußweg ging es im Anschluss runter zum Bootssteg. Mit einem kleinen Boot wurden wir durch die Höhle gefahren und konnten den „Sternenhimmel“ voller Glühwürmchen betrachten. Das war wirklich unglaublich schön und überhaupt nicht anstrengend. Ich hätte mit den anderen in der Abenteuer-Höhle nicht tauschen wollen. ;-)

Leider darf man in den Höhlen keine Fotos machen, so dass das einmalige Erlebnis leider fotografisch nicht dokumentiert werden konnte. Zur Gedankenstütze konnte man im Souvenirshop Postkarten kaufen.

Da wir ganz viel Zeit hatten bis der Bus weiterfahren sollte, haben wir im Huhu-Cafe noch einen Stopp eingelegt. Dort gab es neben leckerem Essen und Trinken auch noch kostenloses Wi-Fi, was wir natürlich gerne in Anspruch genommen haben. Anouk konnte so endlich ihre nächsten Busfahrten mit Stray fertig planen.

Nachdem die anderen dann endlich mit ihren Abenteuer-Expeditionen fertig waren, ging es mit dem Bus nach Maketu. Zuvor wurden noch einige in der Nähe von Rotorua rausgelassen, die den Übernachtstopp nicht in Maketu machen wollten. Der Übernachtstopp in Maketu sollte nämlich in einem Maori Village stattfinden mit Abendprogramm, Essen und Übernachtung im Gemeinschaftshaus sein. Darauf hatten einige keine Lust. Ich habe die einmalige Gelegenheit natürlich wahrgenommen.


Zirka 30 Leutchen konnten sich dafür auch noch begeistern und so wurden wir alle von Uncle Boy, dem Chef der Maori-Familie, in seinem Dorf begrüßt. Uncle Boy hat erst eine Ansprache gehalten bevor es Abendessen gab. Es sollte sich um ein traditionelles Hangi handeln. Bei einem Hangi wird das Essen im Boden mit heißen Steinen erhitzt und gekocht.

Bei uns aber war das nicht der Fall, denn angeblich durfte Uncle Boy das nicht machen, da eventuell Schadstoffe ins Essen gelangen konnten. Leider war das Essen ziemlich enttäuschend, denn weder war es wirklich traditionell gekocht noch wirklich gut. Aber da fast alle ordentlich Hunger hatten, wurde trotzdem ordentlich zugelangt.

Im Anschluss sollte das Abendprogramm losgehen. Wir mussten unsere Schuhe ausziehen und durften nebenan in das Gemeinschaftshaus gehen. Dort wartete eine kleine Tanzgruppe auf uns. Wir wurden nach einer traditionellen Willkommenszeremonie mit dem Hongi (Nasen-Kuss) gegrüßt. Da jeder jeden so grüßen sollte, dauerte das etwas länger als einfach nur „Kia ora“ in den Raum zu rufen. ;-)

Die Tanzgruppe hat dann ca. 15 – 20 Minuten für uns verschiedene Tänze und einen Haka (Kriegstanz) vorgeführt bevor es dann hieß, dass wir uns selber darin versuchen sollten. Die Jungs sollten alle einen Haka lernen und wir Mädels den Poi Tanz.

Wir haben eine Art Umhang und die Poi´s bekommen. Ein Poi ist ein Ball an einer Schnur, der rhythmisch geschwungen wird. Früher diente dies den Maori als Trainingseinheit für die Stärkung des Handgelenks. Die Poi´s entsprechend zu schwingen und aufzufangen, war gar nicht so einfach und ich war mir nicht sicher, ob ich das einigermaßen hinbekomme.

Zuerst durften die Jungs den Haka vorführen. Wir Mädels mussten die Jungs ordentlich mit Fußgetrampel und Klatschen anfeuern bevor es losgehen sollte. Die Jungs haben im Gegensatz zu uns Mädels keinen Umhang bekommen, sondern eine Art Baströckchen und mussten oben-ohne performen.

Der Auftritt war echt der Hammer. Das war viel beeindruckender als der Haka von den drei Jungs der Tanzgruppe. Ca. 15 Mann standen dann in zweier Reihen vor uns Mädels und haben alles gegeben. Das war wirklich klasse, wie schnell die den Text und die Tanzschritte gelernt hatten. Das Gesicht am Ende angsteinflößend zu verziehen, war wahrscheinlich noch die einfachste Übung.

Nach einer Zugabe waren dann wir dran und es lief richtig gut. Mit Unterstützung von den Mädels der Tanzgruppe haben wir unseren Auftritt gut gemeistert. Aber im Vergleich zum Haka war das eine ziemliche lasche Vorstellung – einfach nur Bällchen schwingen und freundlich lächeln.

Nach unseren Auftritten wurde dann zum gemütlichen Teil des Abends übergegangen. Nachdem jeder seine Matratze und Bettwäsche für die Nacht im Gemeinschaftshaus ausgebreitet hatte, wurde in der Küche noch lebhaft die Eindrücke des Abends und Fotos ausgetauscht.

Eine Gruppe von deutschen Jungs ging der Haka Tanz so in Fleisch und Blut über, dass sie nachts um halb drei noch performt haben. Sehr zum Ärger von manchem, der nebenan schlafen wollte. Die Performance war ziemlich lautstark, so dass ich sogar trotz Oropax aufgewacht bin, aber ich fand’s ganz lustig und bin auch gleich wieder eingeschlafen.

Umgebung von Waitomo

Abendstimmung in Maketu

Haka

Poi Tanz

Gruppenbild




Sonntag, 13.11.2011 – Maketu – Rotorua

Nachdem es für Uncle Boy noch ein Gruppenfoto geschossen wurde, fuhren wir mit dem Bus nach Rotorua. Dort gab es die Möglichkeit wieder einige kostenpflichtige Aktivitäten zu machen, aber ich hab an keiner teilgenommen. Raften war ich ja schon in Australien und in einen Schlammpool bin ich auf Fiji schon reingehüft.

Die, die keine Aktivität gebucht hatten, wurden im Stadtzentrum von Rotorua abgeliefert. Da ich neben ein paar anderen einige Nächte in Rotorua bleiben sollte, wurden wir direkt bei unseren Unterkünften abgeliefert. Aber leider nicht ich, da man angeblich bei meinem „Rotorua Central Backpackers“ nicht parken konnte. Das hat sich allerdings als nicht wahr herausgestellt. Nachdem ich nach knapp 3 Minuten Fußweg dort ankam, war da Platz ohne Ende. Die Unterkunft befindet sich hinter der örtlichen Polizeistation und dort gibt es jede Menge Parkplätze – insgesamt drei Reihen entlang der Straße. Deshalb bestätigte sich mal wieder mein Verdacht, dass das so ein bisschen Schikane von den Stray-Busfahrern ist.

Aber was soll´s, denn laufen schadet ja bekanntlich nicht. So hab ich dann also erstmal eingecheckt und eine kleine Führung durchs Hostel bekommen. Was hier besonders gut ist, ist, dass man keine Stockbetten hat, sondern jeder ein eigenes Bett und es gibt sogar Badezimmer mit Badewannen. So war der Plan für heute Abend schon geschmiedet. ;-)

Da das Zimmer für mich aber noch bezugsbereit war, bin ich erstmal zu einem Walk durch die Stadt aufgebrochen. Vom Hostel hab ich einen kleinen Stadtplan bekommen und eine Empfehlung was ich mir alles anschauen sollte. Meine Stationen waren:
Kuirau Park – dort kann man kostenlos Thermalquellen anschauen und den Schwefelgestank für den Rotorua bekannt ist, einatmen
Ohinemutu – Maori Dorf direkt am Lake Rotorua
Strandpromenade von Lake Rotorua
Government Garden
Rotorua Museum


Im Anschluss bin ich dann zur I-site und hab mich über verschiedene Aktivitäten in der Stadt schlau gemacht. Am Ende bin ich mit einem Busplan und einem Ticket für das „Thermal Wonderland – Wai-O-Tapu“ rausmarschiert. Auf dem Weg zur Busstation hab ich dann noch Lena und Miriam vom Bus getroffen. Wir haben uns ein Weilchen über unsere geplanten Unternehmungen in Rotorua unterhalten. Ich bin dann aber ohne die zwei weiter. Leider wollten sie nicht mit mir in Redwood Forest gehen.

Auf dem Weg zur Busstation hab ich dann gleich nochmal zwei Mädels vom Bus getroffen – Barbara (Schweiz) und Chantal (Niederlande). Da mein Bus gleich abfahren sollte, konnte ich mich nur ganz kurz mit den zwei unterhalten, aber da Chantal auch mit mir auf die „Go-East-Tour“ gehen sollte, würde ich sie morgen sowieso wiedertreffen. Die beiden waren eben auf dem Weg zum Kuirau Park, in dem ich mittags schon war.

Mit dem local bus bin ich dann für ganz wenig Geld zum Redwood Forest gefahren. Von der Busstation musste man noch knapp 1 km laufen, um zum Visitor Center zu gelangen. Dort hat wurde mir gezeigt, welchen Weg ich am besten einschlagen soll, damit ich rechtzeitig wieder zurück bei der Busstation bin. Leider sollte der letzte Bus schon in knapp 2 Stunden fahren und somit war nicht allzu viel Zeit zum Verweilen vorhanden.

Ich hab dann einen knapp 1,5 stündigen Rundweg absolviert und natürlich wieder einen der rießen Bäume umarmt. Leider hab ich mir auf dem Weg durch den Wald eine ziemlich dicke Blase erlaufen. Aber  für was schlepp ich denn schon seit Wochen Blasenpflaster mit mir mit, wenn nicht hierfür.

Mit dem letzten Bus bin ich dann wieder in die Stadt gefahren und hab mein Zimmer endlich bezogen. Die Betten sind wirklich sehr bequem. Aber bevor ich mich darin betten konnte, musste erst noch ein bisschen was erledigt werden. Im Supermarkt zwei Blocks weiter hab ich erstmal ein paar Lebensmittel gekauft, bevor ich mich ans Abendessen zubereiten gemacht habe. Im Anschluss hab ich mir dann ein Bad in der Badewann gegönnt. Das war vielleicht toll, das hab ich ja schon seit Monaten nicht mehr gemacht – ein sehr entspannter Ausklang des Tages. ;-)

Gruppenfoto vor dem Gemeinschaftshaus

Central Backpackers Rotorua

Thermalquellen

Gemeinschaftshaus

Neuseeländischer "Truttguller"

Lake Rotorua

Rotorua Museum


Redwood Forest

Ferntrees

Donnerstag, 17. November 2011

Coast to coast - Von der Coromandel Halbinsel nach Raglan

 Donnerstag, 10.11.2011 – Hahei

Zusammen mit Gillian (UK), Barbara (Schweiz) und Stefan (Österreich) wurde ich gegen halb neun beim YHA vom Stray-Bus abgeholt. Gill habe ich auf der Tour in den Norden schon im Bus getroffen. Man trifft sich hier immer wieder.

Zuerst ging es mit unserem Busfahrer und Guide „Trouble“ (sein Nickname, der nicht von ungefähr kommt) zum Office von Stray. Dort haben wir eine Einweisung in das Buchungssystem erhalten und konnten uns mit Infomaterial rund um die Tour eindecken. Ganz wichtig ist vor allem der Zeitplan, damit man die nächsten Stopps auf seiner Reise planen kann.

Trouble hat uns auf seiner Tour zur Coromandel Peninsula leider nicht allzu viele interessante Dinge auf dem Weg gezeigt. Wir haben nur einen Stopp an einer Tankstelle und am Supermarkt in Thames eingelegt. Das war etwas enttäuschend. Denn auch eine der Hauptattraktionen der Coromandel Peninsula konnten wir leider nicht sehen: den Hot Water Beach, mit seinen heißen Quellen. Leider ist diese Attraktion abhängig von Ebbe und Flut und wir waren zu spät dran, um uns in einen eigens gebuddelten Heißwasserpool zu setzen. Das fand ich besonders ärgerlich, denn das war eigentlich eines der Dinge, die ich dort unbedingt machen wollte. Leider gab es hierzu kein Alternativprogramm.

Die Fahrt war ziemlich kurvig und an Lesen während der Fahrt ist überhaupt nicht zu denken. Die Straßen sind überall in Neuseeland, wo ich bisher gefahren bin, sehr kurvig und man braucht ziemlich lange um von A nach B zu kommen. Im Vergleich zu Australien ist Neuseeland zwar winzig, aber ich hatte bisher nicht den Eindruck, dass man hier schneller vorwärts kommt, denn in OZ sind die Straßen wenigstens schnurrgerade.

Morgens hat mir Trouble noch versprochen, dass ich die erste bin, die an ihrer Unterkunft abgesetzt wird. Ich wollte nicht wie der Rest der Gruppe auf einem Campingplatz übernachten, sondern hatte mich in die Tatahi Lodge eingebucht. Ich war aber nicht die einzige, die sich eine andere Unterkunft gesucht hatte. Ein dänisches Pärchen hatte sich ebenfalls anderweitig einquartiert.

Leider hat Trouble seinen Plan geändert, so dass ich zuerst mit den anderen zum Campingplatz fahren und warten musste, bis über 30 Leute eingecheckt hatten. Trouble hat mir dann eröffnet, dass ich zwar als nächstes abgeliefert werde, dadurch aber die Shuttle-Fahrt mit dem Bus zur Cathedral Cove verpasse, denn über 30 Mann können ja nicht alle auf mich warten.

Das hat mich ganz schön geärgert, denn es wäre ein leichtes gewesen mich auf dem Weg zum Campingplatz abzusetzen, denn meine Lodge lag auf dem Weg, und mich dann später, wenn alle anderen eingecheckt haben, wieder auf dem Weg zur Cathedral Cove aufzusammeln. Ich hatte den Eindruck, dass er das absichtlich gemacht hat. Es ist für die Guides natürlich einfacher, wenn alle am gleichen Platz übernachten und man nirgendswo auf dem Weg extra für jemanden stoppen muss. Da Stray aber damit in ihren Broschüren wirbt, dass alles easy-going ist und man sich sehr wohl andere Unterkünfte suchen kann, werde ich das auch weiterhin tun, wenn ich mit der Unterkunft nicht ganz so einverstanden bin. Ich werde das jedenfalls in meinem Feedback am Ende meiner Reise erwähnen. Dafür hat man ja schließlich auch gezahlt.

Ich habe etwas angesäuert in meiner Unterkunft eingecheckt. Aber mein Host hat mit erklärt, dass der Weg im Gegensatz zu Trouble´s Angaben, gar nicht so lange zu Fuß dauert und dass ich das locker-flockig heute Abend noch machen kann. So stieg also meine Laune wieder und ich war froh, dass ich einen Abend ohne die Gruppe hatte.

Tatahi Lodge ist eine total schöne Unterkunft und ich war froh, dass ich dort eine Nacht bleiben konnte. Die Zimmer sind alle total schön eingerichtet: ganz viel Holz und schöne Bilder an der Wand und ein bequemes Bett für die Nacht. Die Küche und der Aufenthaltsraum sind auch wunderbar gemütlich. So kann man es auch noch länger als nur eine Nacht aushalten.

Ich hab mich dann aufgemacht den kleinen Berg zur Cathedral Cove zu erklimmen. Auf meinem Weg dorthin hatte ich tolle Ausblicke auf Hahei und unterwegs habe ich auch die anderen wieder getroffen. Die Jungs und Mädels waren schon auf die Rückweg und auch ziemlich verwundert über die Aktion mit meiner Ablieferung und wieso man nicht einfach 5 Minuten auf mich warten konnte. Immerhin bin ich nicht die einzige, die das seltsam fand.

Der Weg zur Cathedral Cove ging auf einem schönen Fußweg die Klippen entlang. Man kann noch verschiedene andere Buchte anschauen, bevor man am Ende des Weges zur Cathedral Cove gelangt. Eigentlich darf man im Moment nicht durch den Bogen durchlaufen, denn vor kurzem ist ein großes Stück von dem Felsen abgestürzt und aus Sicherheitsgründen wurde empfohlen auf der einen Seite zu bleiben.

Da die meisten aber die Warnung ignoriert haben und ich den Anblick eigentlich auch gerne von der anderen Seite genießen wollte, bin ich auch einfach über das Seil geklettert. Alles halb so wild, denn es ist nichts passiert und ich konnte schöne Fotos schießen und einfach ein bisschen im Sand sitzen und den Ausblick genießen.

Von dort bin ich dann zu Fuß zurück bis Hahei gelaufen. In der Lodge hab ich mir dann was zu essen gemacht und mich mit den anderen Mädels unterhalten, die auch dort übernachtet haben. Ich habe zum ersten Mal frische neuseeländische Avocados gegessen und in Erinnerungen an Australien mit Peter-Lehmann-Wein geschwelgt. Das war ein ganz relaxter Abend und ich konnte mein Tagebuch sogar ganz gemütlich liegend auf einem Sofa schreiben. ;-)

Tatahi Lodge

Hahei

Cahtedral Cove

Cathedral Cove





























Freitag, 11.11.2011 – Hahei – Raglan

Nach einer total entspannten Nacht ging es kurz nach 8 Uhr mit dem Bus auch schon wieder zum nächsten Stopp. Im Bus habe ich dann Jip aus den Niederlanden wiedergetroffen. Er war mit Gill und mir im gleichen Bus nach Paihia. Jip war schon vor ein paar Tagen in Hahei angekommen.

Heute gab es natürlich auch wieder den obligatorischen Stopp beim Supermarkt zum Shopping – diesmal in Hamilton. Ansonsten war die Fahrt wieder sehr kurvig und es dauerte Stunden, um von der Küste mit der Coromandel-Halbinsel zur anderen Seite der Küste nach Raglan zu kommen. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich mir die Fahrt lieber sparen und einen Tag länger in Hahei bleiben sollen. Von Hahei hätte ich mit einem Linienbus weiter bis zum übernächsten Abendstopp fahren können. Denn viel gemacht haben wir heute leider nicht.

Nachdem wir endlich gegen frühen Nachmittag in Raglan angekommen sind, haben wir erst mal unsere Zimmer in unserer Lodge inmitten von Nirgendwo bezogen und sind dann im Anschluss zu den „Weireinga Bridal Veil Falls“ gefahren. Die Wasserfälle sehen mit etwas Vorstellungsvermögen wirklich aus wie ein Brautschleier und waren es auf jeden Fall wert, dass man ein paar Minuten durch den Wald marschieren musste.

Die, die darauf keine Lust hatte, konnten sich zum Surfunterricht anmelden. Raglan ist ein total bekannter Ort für Surfer und es gab einige vom Bus, die das auch ausprobieren wollten.

Auf dem Weg von den Wasserfällen zurück zur Lodge hat Trouble noch  einen Stopp am Beach eingelegt, um „unsere“ Surfer bei ihren Versuchen zu beobachten. Leider war die Surfstunde schon um, so dass wir diesen Anblick leider verpasst haben.

Mit Anouk, Chantal und Jip (alle aus den Niederlanden), sowie zwei weiteren Jungs bin ich dann noch ein bisschen am Strand entlang spaziert. Leider war das dort ziemlich felsig und ich habe ich ewig gebraucht, um von einer Seite des Strands zur nächsten zu gelangen. Da Trouble mit dem Rest des Busses schon zurück zur Lodge fahren war, mussten wir den Ausstieg dorthin zu Fuß meistern. Eine gute Übung, um richtig hungrig zu werden. Ich war nicht die einzige, die Hunger hatte und somit war die Küche bald mit anderen Leuten vom Stray-Bus überfüllt, die sich auch etwas zu essen fertig machen wollten.

Nach meinem Dinner habe ich dann das Wi-Fi der Lodge ausgetestet und für das, dass man sich ziemlich abgeschieden im Wald befand, war es eine richtig gute Verbindung. Im Anschluss hab ich dann noch zuhause angerufen, um Oma zum Geburtstag zu gratulieren. Mama meinte, dass es sich anhört, als ob ich in Freiburg in einer Telefonzelle stehe, anstatt in Raglan im Busch. Ich war total froh, dass das mit dem Telefonieren geklappt hatte, denn erst sah es so aus als ob ich mit meiner neuerstandenen Telefonkarte von dort gar nicht telefonieren könnte. Glücklicherweise war das aber nicht der Fall und so konnte ich mich mit Mama und Oma über die neuesten Neuigkeiten im Elztal und wer alles zur Geburtstagsfeier kommt unterhalten. ;-)

Bridal  Veil Falls

Bridal Veil Falls

Raglan

Strand

Ausblick von unserer Lodge

Sonntag, 13. November 2011

Von Whangarei nach Paihia (Bay of Islands) - Weiter nach Cape Reinga und einmal zurück nach Auckland

Montag, 07.11.2011 – Whangarei – Paihia

Nachdem ich leider nicht ganz so gut in dem  sonst wunderbar bequemen Bett verbracht habe, war es ganz gut, dass ich den Vormittag mit Faulenzen verbringen konnte. Johann und seine Freundin, die beide sind für die Lodge zuständig, haben mir angeboten mich im Auto bis zur I-site(meinem Pick-up-Point) gegen 12 Uhr mitzunehmen. Da ich mir nichts Weiteres  vorgenommen hatte, konnte ich den Vormittag in aller Ruhe auf der Terrasse verbringen.

Mit mir warteten auch meine beiden deutschen Zimmernachbarn. Die beiden können auch mit Johann mitfahren. Da Johann zwei Tage frei hat, möchte er mit seiner Freundin eine Tour zum Cape Reinga machen. Den beiden Jungs kommt das ganz gelegen, denn sie wollen auch Richtung Norden. Die vier werden deshalb zusammen fahren und mich auf dem Weg dahin abladen.

Die Zeit bis um 12 Uhr haben wir uns mit quatschen vertrieben. Zwei weitere deutsche, ein Pärchen aus der Pfalz – Chiara und Florian, haben sich zu uns gesellt und berichtet, was sie alles schon gesehen haben und was sie noch vorhaben. Es ist wirklich unglaublich wie viele Deutsche in Neuseeland unterwegs sind. Ich hätte nicht gedacht, dass das fast genau extrem ist wie in Australien und ich mehr dazu komme, endlich nur noch Englisch zu reden – aber nein …

Eigentlich dachte ich, wenn ich um kurz nach 12 Uhr abgeladen werde, ist das unglaublich viel Zeit, denn mein Pick-up sollte erst um 13 Uhr sein. Allerdings musste ich feststellen, dass der Bus schon da stand als wir ankamen. Bear, unser Guide, musste leider die Glasbodenboot-Tour ausfallen lassen und da nichts anderes kurzfristig an Unternehmungen möglich war, wollte er mich eigentlich früher auflesen. Aufm Handy konnte er mich allerdings nicht erreichen, da ich bei der Little Earth Lodge keinen Empfang hatte. No worries, jetzt konnte es ja losgehen.

Falsch gedacht, denn Bear wollte mir u.a. auch mitteilen, dass der Bus überbucht war und ich eigentlich besser mit einem öffentlichen Bus fahren sollte. So was doofes, denn das war ja das was ich eigentlich vorhatte. Nun sollte ich also doch in den Genuss kommen und mit dem Northliner nach Paihia fahren. Dumm nur, dass die Busstation nicht bei der I-site war, wo wir alle waren, sondern zwei Kilometer entfernt unten im Ort.

Zuerst hieß es ich solle mit meinem Gepäck runter laufen oder ein Taxi für 5 Dollar nehmen. Ich hab mich aber geweigert weder zu laufen noch ein Taxi selbst zu bezahlen. Bear hat dann im Office angerufen und nachgefragt, ob die mir das bezahlen. Da die das aber nicht machen wollten, sollte er mich doch dort abladen. Eigentlich darf er das nicht, denn der Bus war ja voll und ich musste mich im Bus auf den Boden setzen.

Leider hatte sich Bear auch noch völlig verfahren und von der halben Stunde Zeit bis zur Abfahrt war plötzlich nichts mehr übrig. Nachdem er nach mehrmaligem Hin-und-her-Fahren endlich den richtigen Platz gefunden hatte, mussten wir samt Gepäck auch noch dorthin rennen. Glücklicherweise war der Bus noch nicht weg. Ich hab also noch ein paar Minuten dort gewartet und bin dann in meinen neuen Bus eingestiegen.

Nach knapp einer Stunde kam ich dann auch schon in Paihia an. Leider war vom Stray-Bus noch keine Spur, was ziemlich doof war, denn Stray hat verschiedene Touren vergünstigt im Angebot und ich wollte ja nicht unnötig mehr Geld ausgeben. Also bin ich erst mal zum Hostel gelaufen und hab mich eingecheckt, mein Zimmer bezogen und abgewartet bis die anderen eine Stunde später auch eingetrudelt sind. Unglaublich, wie viel Zeit dadurch verloren geht.

Mit dem Bus aus Auckland kamen und Julia und Lea von meiner Piha-Beach-Tagestour mit. Die beiden hatten noch ihre Freundin Fabiana (Fabi) mitgebracht. Bear hat mir dann erzählt, dass ich die Touren doch selber beim ExploreNZ-Büro am Hafen buchen und einfach sagen sollte, dass ich mit dem Stray-Bus fahre und dann geben die mir den Rabatt. Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich das gleich bei Ankunft machen könnten, denn der Linienbus hat nicht beim Hostel gestoppt, sondern natürlich bei der Paihia I-site am Hafen und dort gegenüber war das ExploreNZ-Office.

Naja, was soll´s - so bin ich zusammen mit Lea den Pier entlang spaziert und hab zusammen mit ihr unsere Bootstour für den Mittwoch gebucht. Lea hatte zuvor auch noch nicht gebucht, deshalb war das gar nicht so schlecht, denn das haben wir jetzt zusammen erledigt. Wir sind dann gemeinsam noch weiter an der Promenade entlang marschiert. Unser Weg führte uns an den Waitangi Treaty Grounds vorbei bis zum Golfplatz. Von dort soll man einen tollen Blick auf die Bay of Islands haben. Deshalb sind wir dorthin geschlendert und das war in der Tat ein guter Tipp. Wir haben dort ein paar Angler bei ihrem Versuch Fische zu fangen beobachtet und ein paar Fotos geschossen.

Auf dem Weg zurück, ist dann was total Kurioses passiert! Um zu den Waitangi Treaty Grounds zu kommen, muss man über eine kleine Brücke gehen und als wir so über die Brücke zurücklaufen, kommt uns doch glatt Laura von meiner Outback-Tour entgegen gelaufen. Ich war total perplex und konnte im ersten Moment nicht mal mehr richtig englisch reden.

Ich wusste, dass Laura auch nach ihrer Australien-Reise nach Neuseeland wollte und über facebook war ich ein bisschen informiert wo sie gerade unterwegs war. Aber da der letzte Eintrag von Wellington mit dem Kommentar kam, dass es bald nach Hause geht, hab ich nicht damit gerechnet sie noch zu treffen. Ich wollte ihr eigentlich auch schon eine E-Mail geschrieben haben, um zu fragen, was sie alles empfehlen kann.

Unglaublich, das war echt der Hammer. Laura an so einem beschaulichen Fleckchen Erde einfach so zu treffen. Sie hat mir von ihrer Tour berichtet und was sie alles Tolles gemacht hat. Bei meinem nächsten Besuch in London muss ich unbedingt bei ihr vorbei schauen.

Leider konnten wir nicht ewig weiter quatschen und da Lea und ich um 19 Uhr zum Barbecue beim Hostel verabredet waren, mussten wir langsam zurückgehen. Laura wollte leider nicht mitkommen, sondern ihren letzten Abend in NZ lieber ruhig ausklingen lassen. Auf dem Weg zurück sind Lea und ich noch beim Countdown vorbei und haben ein paar Kleinigkeiten eingekauft.

Zum Barbecue waren wir dann wieder zurück. Es gab für jeden eine heiße Kartoffel, ein Würstchen und ein Steak sowie Salate und Brot. Genügend zu essen, um satt zu werden, das war echt gut, denn ich hatte echt Kohldampf. Zum Barbecue gab’s auch noch ein Freibier, was wir natürlich gerne angenommen haben. ;-)

Bei uns am Tisch saßen neben Julia, Fabi und Lea auch noch Melodie und Amelie aus Belgien. Amelie studierte in Brüssel und da ich da ja auch schon mehrfach war, konnten wir uns über die Stadt und das Land austauschen. Am anderen Tag gehen wir alle zusammen zur Cape Reinga Tour und auch die Bootstour haben wir alle zufällig gleich gebucht.

Im Anschluss hab ich dann noch meine Wäsche gewaschen. Hier ist das etwas billiger als in Australien. Danach hab ich mich ans Internet gesetzt und meine Mails zu checken und neue Bilder in den Blog hochzuladen. Da wir im Base-Pipi-Patch-Hostel übernachten und es dort natürlich auch eine Bar gibt, war als ich ins Bett ging noch einiges los. Gut war,  dass  die Musik nicht ganz so laut war wie damals in Sydney und man dadurch schon mal nicht vom Schlafen abgehalten werden konnte.

Bay of Islands

Bay of Islands

Angler





Dienstag, 08.11.2011 – Paihia – Cape Reinga

Heute sind wir mit dem Dunerider zum Cape Reinga gefahren. Darauf hab ich mich schon vor der Reise richtig gefreut. Cape Reinga ist der nördlichste Punkt von Neuseeland und dort steht auch ein schöner Leuchtturm, der auf vielen Fotos und Broschüren von Neuseeland zu sehen ist. Außerdem hat der Ort für die Maori eine wichtige Bedeutung, denn von dort gehen die Seelen nach dem Tod nach Hawaiki über. Der Ort ist heilig und man darf dort auch nicht hin. Es handelt sich dabei um einen Felsen mit einem richtig alten Baum an der Klippe direkt und dieser Felsen liegt genau neben dem Felsen mit dem Leuchtturm.

Zuerst aber sollten wir von Paihia mit dem Bus gemütlich durch Northland tuckern. Die Landschaft ist schon wirklich traumhaft. Grüne Hügel mit Schafen und Kühen und zwischendurch sieht man immer mal wieder das Meer. An verschiedenen Stellen habe ich auch einen Fotostopp eingelegt. Leider spielte das Wetter auf dem Weg zum Cape noch nicht so gut mit. Glücklicherweise war das ganz anders als wir endlich am Ziel ankamen. Sobald die Sonne raus kommt, ist es richtig warm. Man ist ständig dabei zwischen Fleece- und Regenjacke und T-Shirt hin-und-her zu wechseln. Bin mal gespannt wenn ich das erste Mal erkältet bin, denn das Wetter ist geradezu perfekt dafür.

Der erste richtige Stopp war beim „Gumdiggers Park“. Dort konnte man bestaunen wie früher eine Art Harz von den Kauri-Bäumen, die aufgrund eines Tsunami im Boden versteinert wurden, abgetragen wurde. Wir konnten einen ausgebuddelten versteinerten Kauri-Baum und die Grabungslöcher der Digger und deren Unterkünfte anschauen. Das war zwar ganz interessant, aber dass man für den Park 12 Dollar Eintritt bezahlen sollte, fand ich im Nachhinein betrachtet schon unverschämt teuer. Gut, dass wir dafür nichts extra bezahlen musste.

Nach einem weiteren Stopp bei einem Lookout, von dem wir bis zu den Sanddünen des 90-Mile-Beach gucken konnten, ging es dann endlich zum Leuchtturm. Das war schon richtig toll, denn die Sonne strahlte wieder über alle Berge. Das Meer war heute erstaunlich ruhig und da kaum ein Wind ging, konnte man groß keine Wellen sehen, die sich hier normalerweise meterhoch auftürmen, wenn die Tasman Sea auf den Pacific Ocean trifft. Das sieht aber auch so schon wirklich beeindruckend aus. Man kann die beiden Meere wirklich voneinander unterscheiden, weil sie ein unterschiedliches Blau haben.

Beim Leuchtturm gibt es auch noch einen Signpost mit Schildern zu bekannten Metropolen auf der Welt und Angaben wie weit diese von diesem Punkt der Erde entfernt sind. Es ist schon unglaublich, dass wir von Cape Reinga aus 1452 Kilometer bis zum südlichsten Punkt von Neuseeland entfernt sind und zum Südpol 6211 km und nach London sind es immerhin schon 18.029 km.

Der nächste Stopp war dann bei den Sanddünen, denn dort sollten wir Boggie Boarden. Das läuft so ähnlich ab wie das Sandboarden auf Kangaroo Island, allerdings hieß es hier nicht aufs Brett sitzen, sondern sich Kopf vorne weg aufs Brett legen. Das fand ich schon ziemlich abgefahren, denn das verlangt schon ein bisschen mehr Mut als noch in Australien und da war mir das am Anfang auch nicht so geheuer. Die Sanddünen hier sind richtig hoch und unser Guide Paul meinte, wir sollten am Anfang vielleicht zuerst von halber Höhe aus runter schlittern.

Das war eine gute Idee, denn das war schon hoch genug. Nachdem ich die erste Fahrt mit Hilfe von Paul gemacht hatte, war´s nur noch halb so schlimm. Also nichts wie hoch auf die ganz große Düne und von ganz oben nach unten boarden. Da unten entlang der Düne ein kleiner Bach entlang ging, musste man ein bisschen aufpassen, dass man dort nicht reinschlittert. Ich habe aber immer rechtzeitig vorher gestoppt, denn nass werden wollte ich eigentlich nicht, denn man hatte schon genug mit Sand in allen Ritzen zu kämpfen. ;-)

Nachdem jeder die Chance hatte sich beim Sandboarden auszutoben, ging es über den 90-Mile-Beach wieder zurück. Mit dem Bus sind wir also wie schon auf Fraser Island in Australien,  den Strand entlang gefahren. Das war super schön und hat mich natürlich ganz schwer an die Tour in OZ erinnert. Das Meer war hier aber nicht ganz so beeindruckend, da wir keine so hohen Wellen hatten, und über Haie musste man sich auch keine Sorgen machen.

Bei einem großen Felsen mit Loch in der Mitte haben wir einen Stopp eingelegt, um Fotos zu schießen. Weg wollte hier eigentlich keiner mehr. Denn das war wirklich ein schöner Ort, man hätte da stundenlang am Strand und in den Dünen verbringen können. Zurück konnten wir Richtung Cape Reinga gucken und auf der anderen Seite ging es meilenweit den Strand runter.

Tatsächlich ist der Strand aber gar keine 90 Meilen lang sondern eher 90 Kilometer oder halt 60-Miles. Aber das macht ja nichts, wunderschön ist es hier trotzdem und die Tour  hier hoch war neben der Tour nach Waiheke Island mein bisheriges NZ-Highlight.

Ein Stück weiter konnten wir sogar Wildpferde in den Dünen sehen. Ein unglaubliches Erlebnis, denn die Tiere leben dort in freier Wildbahn und gehören niemanden. Auf dem Weg zurück haben wir noch einen Pausenstopp bei einem Kauri-Workshop eingelegt. Dort konnte man „Kunst am Holz“ bestaunen. Als Abschluss ging es dann noch zum Fish´n´Chips essen nach Manganui. Angeblich ist dieser Fish´n´Chips-Shop in ganz Northland bekannt und dementsprechend viele Leute kamen auch vorbei.

Der Fisch war wirklich wunderbar frisch und schmeckte sehr lecker. Leider musste ich darauf richtig lange warten und das obwohl ich richtig Hunger hatte. Naja, wenigstens jeder hatte genügend Zeit, um sein Dinner zu beenden.

Zurück im Hostel hab ich den Tag ganz entspannt mit meinem Laptop und einer Tasse Tee ausklingen lassen. In meinem Zimmer sind heute zwei neue Mädels aus Schweden eingezogen – endlich mal keine Deutschen. ;-)

Kauri Baum

Gumdiggers Funde

Behausung

Erster Blick auf die Sanddünen vom 90 Mile Beach

Am Cape Reinga

Leuchtturm von Cape Reinga


Maori Heiligtum - man beachte bitte den Baum rechts an der Klippe

Cape Reinga

Signpost

Sanddüne - hier sind ging´s später mit dem Board runter

Hole in the Rock am 90 Mile Beach

90 Mile Beach






Mittwoch, 09.11.2011 – Paihia

Heute ist schon wieder der letzte Tag meines Abstechers in den hohen Norden von Neuseeland. Für den Vormittag, hatte ich gemeinsam mit Lea, Julia, Fabi, Melodie und Amelie eine Bootstour gebucht. Wir fahren von Paihia zum „Hole in the Rock“. Das ist (wiedermal) ein Felsen mit einem Loch, durch das man je nach Wetterlage mit dem Boot durchfahren kann.

Die Bootstour sollte den ganzen Vormittag dauern und wenn man Glück hat, kann man dabei auch Delphine beobachten. Wir haben auf dem Weg zu unserem Ziel einige Inseln passiert und dann haben wir endlich Delphine im Wasser entdeckt. An zwei verschiedenen Stellen tummelte sich jeweils eine kleine Gruppe von Delphinen zuerst um ein anderes Boot und dann um unseres. Ich hatte auch einmal das Glück, dass ich genau an der richtigen Stelle stand als die Delphine ganz nahe am Boot vorbei schwammen. Leider sind die Racker recht schwer zu fotografieren.

Die Bootstour entlang der Küste war wirklich schön. Leider war der Wind ganz schön stark und da die Sonne nicht immer so raus kam, war es auch recht frisch auf dem Boot. Gegenüber vom „Hole in the Rock“ gibt es einen schönen Leuchtturm am Cape Brett. Wir hatten Glück, denn ausgerechnet als wir dort ankamen, kam richtig schön die Sonne raus. Die Wellen waren auch nicht zu hoch, so dass wir mit unserem Schiff durch das Loch im Felsen durchfahren konnten. Leider ist das auch nur wieder ein Loch in einem Felsen und nicht so besonders wie ich mir das vorgestellt hat. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich mittlerweile schon viele solcher Felsformationen gesehen habe.

Auf dem Weg zurück haben wir dann noch einen 45-Minuten Stopp auf Urupukapuka Island eingelegt. Dort konnten wir auf einen kleinen Hügel hochlaufen, um von dort einen tollen Ausblick über die Bucht zu erhalten. Der Stopp war aber einfach zu kurz, um viel mehr zu machen als noch schnell zur Toilette zu hetzen und noch einen Kaffee im lokalen Café mitzunehmen.

Auf dem Weg zurück nach Paihia machte die Fähre auch noch einen Stopp in Russell. Lea und ich sind dort ausgestiegen. Das war eine ziemlich gute Idee, denn sonst hätten wir den schnuckeligen Küstenort verpasst. Der Ort ist nicht groß, aber wirklich ganz süß mit kleinen Häuschen, netten Cafés und Shops. Russell war die erste Hauptstadt von Neuseeland und eine der ältesten Siedlungen von europäischen Einwanderern. Deshalb konnten wir dort auch die älteste Kirche von Neuseeland bestaunen.

In Russell haben wir nochmal Fish´n´Chips gegessen und ein paar Postkarten gekauft. Auf dem Weg zur Kirche haben wir auf einem Platz eine Gruppe von Schulkindern entdeckt, die traditionelle Gesänge und Tänze vorgeführt haben. Wir haben die Gruppe später nochmal am Hafen angetroffen. Das war toll und die Jungs und Mädels waren auch entsprechend in traditioneller Kleidung angezogen. Ein kleiner Ersatz für den verpassten Besuch bei den „Waitangi Treaty Grounds“.

Mit einer Fähre, die nur 5 Minuten zurück nach Paihia gebraucht hatte, sind wir zurückgedüst. Dort hab ich mir noch eine neuseeländische SIM-Karte fürs Handy gekauft. Das scheint für hier ganz praktisch zu sein. Um die Karte zu kaufen, musste ich durch vier Shops marschieren, weil man leider nicht überall SIM-Karten kaufen kann. In dem letzten Shop, in dem ich dann erfolgreich war, hat mich eine Deutsche bedient, die vor 14 Jahren ausgewandert ist. ;-)

Kurz nach 16 Uhr ging es mit dem Stray-Bus wieder zurück Richtung Auckland. Unterwegs haben wir nirgendwo mehr einen Stopp eingelegt – außer bei McDonalds, um einen Toiletten-Stopp einzulegen. Ich hab mir dort ein McFlurry mit M&Ms gekauft. Das schmeckte wie zuhause. In Australien schmecken McFlurry ja ganz anders und man hat auch ganz andere Geschmacksrichtungen zur Auswahl.

Heute Nacht habe ich mich im „YHA International“ in Auckland eingebucht und bin nicht nochmal zurück ins „Frienz Backpackers“ gegangen.  Das YHA ist ganz schön gut organisiert und hat eine riesengroße saubere Küche. Ich bin auf dem Vierer-Zimmer nur mit deutschen Mädels. Mit zwei davon habe ich mich auch länger unterhalten bevor ich nochmal los zum Supermarkt gegangen bin. Leider war ich in dem ersten nicht ganz so erfolgreich, denn es gab gar kein Obst oder Gemüse mehr zu kaufen. Deshalb musste ich doch nochmal einen längeren Walk zur K-Road auf mich nehmen. In einem riesigen Asia-Supermarkt war ich dann endlich erfolgreich.

Zurück im Hostel war ich mal wieder die letzte, die auf war. Ich musste unbedingt noch meine Emails checken, um rauszufinden, was Stray mit meiner weiteren Reise gemacht hat und wann ich wann, wo bin. Ich hab dafür ganz schön lange gebraucht, denn ich wollte die Tage nicht durcheinander bringen. Jetzt warte ich nur noch auf eine Art Plan oder Empfehlung für die Südinsel und dann bin ich damit hoffentlich erst mal durch. Somit muss ich nur noch zwischendurch eigene Unterkünfte buchen sofern ich auf die Stray-Unterkünfte keine Lust habe und den Part, den ich ganz im Süden der Südinsel anschauen möchte, den Stray nicht anfährt, anderweitig buchen.


Ein Delphin ...

... und noch einer ...

... und noch mehr Delphine.

Hole in the Rock

Cape Brett

Auf Urupukapuka Island

Lea mit Fish´n´Chips und L&P

 

Schulkinder bei tradionellem Gesang und Tanz in Russell

Dienstag, 8. November 2011

Über den Dächern von Whangarei und in downtown

Samstag, 05.11.2011 – Whangarei

Nachdem ich heute Morgen schön ausgeschlafen und in aller Seelenruhe gefrühstückt hatte, bin ich zu meinem zweiten Walk in Whangarei gestartet. Leider musste ich zu Beginn die gleiche Strecke wie gestern entlang der Straße zurücklegen. Das war nicht so schön, denn teilweise düsen die Autos an einem mit richtig hoher Geschwindigkeit vorbei und es ist nicht immer ein Grünstreifen neben der Straße um ins Gebüsch zu springen. Nachdem ich am Parkplatz zum Eingang in den Kauri-Park vorbeigegangen bin, hab ich etwas die Orientierung verloren. Glücklicherweise ist irgendwann an der Straße doch noch das richtige Schild zum Abzweig Richtung „Muir Parka“ aufgetaucht.

Von dort an ging es richtig schön gemütlich über Waldwege an einem kleinen Fluss entlang. Unterwegs hab ich ein paar Jogger und eine Familie mit großem schwarzem Hund, der gleich an mir hochspringen wollte, angetroffen. Der Aufstieg zu meinem heutigen Ziel, dem Mount Parihaka, war recht steil und ich musste zwischendurch ein paar Verschnaufpausen einlegen. Oben angekommen hat man einen tollen Blick über Whangarei, den Hafen, die Berge, den Fluss und kann in der Ferne sogar das Meer sehen.

Abgesehen von mir war auf dem Berg auch noch eine Amerikanerin, Anne. Anne hat mir erzählt, dass sie ein Visa beantragt hat und demnächst von Long Island/New York nach Neuseeland übersiedelt. Da sie schon viermal zuvor in Neuseeland war und schon ganz viel davon gesehen hat, hat sie mir einiges über meine nächsten Ziele erzählen können. Sie war ganz begeistert von der Gastfreundschaft ihrer - hoffentlich bald – neuen Heimat.

Unsere Wege haben sich dann getrennt, da sie zur Stadt runterlaufen wollte und ich wieder zurück zur Little Earth Lodge. Der Weg dahin war nachdem es erst mal schön bergab ging, danach ziemlich steil die Straße hoch. Ich war froh als ich wieder bei meiner Unterkunft ankam.

Dort hab ich dann ein bisschen an meinem Reisetagebuch gearbeitet und meine Ausgabenliste aktualisiert. Der späte Nachmittag war somit richtig entspannt und ohne Stress, dass man gleich wieder irgendwo hin muss. Im Anschluss bin ich zur Küche und hab mit der Vorbereitung meines Dinners angefangen. Bex und Gordon, das Paar aus England, mit denen ich zusammen gestern den Film geschaut hatte, waren war wieder in der Küche und wir haben uns über die Erlebnisse unseres Tages ausgetauscht.

Nachdem wir drei unser Dinner beendet hatten, haben wir noch zusammen „Scrabble“ gespielt. Leider habe ich bei dem Spiel immer verloren. Die beiden waren definitiv im Vorteil, denn mit den wenigen Buchstaben, die man als Spieler zur Verfügung hat, in Deutsch gute Wörter zu überlegen, ist schon schwierig genug und dann auch noch auf Englisch. Bei der zweiten Runde habe ich aber immerhin nicht mehr ganz so haushoch verloren wie zuvor. ;-)

Heute Abend hatte ich nicht mehr den Luxus eines Einzelzimmers, sondern Sandra aus Deutschland (nein, nicht meine vorherige Reisepartnerin ;-) ) hat mit mir das Zimmer geteilt. Sie möchte 5 Monate in Neuseeland bleiben und ist momentan auf Jobsuche, um sich das Ganze zu finanzieren. Eventuell kann ich mit ihr zusammen morgen die Abbey Caves, die hier ganz in der Nähe sind, anschauen. Das kommt aber ganz darauf an wie das mit ihrer Abholung klappt. Ein Freund wollte sie eventuell morgen oder am Tag danach abholen und je nachdem wie viel Zeit sie hat, können wir das zusammen machen.

Memorial

Ausblick auf den Hafen und den Fluss

Whangarei







Sonntag, 06.11.2011 – Whangarei

Sandra ist heute Morgen früh aufgestanden, denn sie wollte vormittags zu den Whangarei Falls laufen und danach – je nachdem – noch zu den Abbey Caves gehen. Da ich heute nicht so früh aufstehen und auch nicht nochmal zu den Wasserfällen laufen wollte, hatte ich mich schon von der Vorstellung verabschiedet, dass wir zusammen zu den Höhlen gehen können.

Ich hatte mir für heute vorgenommen Whangarei anzuschauen und dort ein bisschen zu bummeln. Zu Fuß war ich dann über eine Stunde unterwegs bis ich im Zentrum ankam. Glücklicherweise gibt es weiter unten auch einen Gehweg, so dass ich nicht die ganze Strecke an der Straße entlang laufen musste.

In Whangarei gibt es ganz viele Liegeplätze für Boote. Die Stadt ist bekannt als „Auffangstation“ für Boote, die sonst um die pazifischen Inseln cruisen und der Hurrikan-Saison entgehen wollen. Deshalb gibt es auch einige Schiffs-Werfte rund um den Fluss. Am „Innenhafen“ von Whangarei, dem Town Basin, kann man wunderbar entlangschlendern und die Boote anschauen. Dort gibt es auch Galerien, Souvenir-Shops und Lokale. Ich hab mir dort in einen Café einen Mittagssnack gegönnt bevor ich weiter durch die Innenstadt gelaufen bin.

Einige Shops haben auch sonntags auf, so dass ich mir eine Zeitschrift kaufen konnte und später noch ein paar Sachen aus dem Outdoor-Laden. Neuseeland ist definitiv kälter als Australien und ich wollte mir auf jeden Fall noch ein langärmliges Funktionsshirt für meine Wanderungen holen. Aus dem Plan eines zu holen, wurden dann zwei. Des Weiteren landeten ein Alu-Mini-Knirps und ein neues Kofferschloss  in meinem Einkaufskörbchen. Da ich seid Adelaide bei „Kathmandu“ eine Mitgliedskarte habe, bekomme ich die Sachen dort günstiger und im Monat Oktober und November gibt es eine Aktion, bei dem auf den Preis 42 % Ermäßigung bekommt. Das musste ich einfach ausnutzen. Außerdem werde ich mit den Kathandu-Sachen so schnell als Deutscher enttarnt, im Vergleich zu wenn ich meine Bluse und meinen Fleece-Jacke von Jack Wolfskin trage. ;-)

In der Innenstadt gibt es auch noch eine kleine Sammlung an tropischen Pflanzen. Leider war das Areal nicht mal annähernd so groß wie angenommen und auch lange nicht so spannend. Nach gefühlten 5 Minuten war ich wieder draußen.

Nachdem ich mir dann noch ein Eis bei der lokalen Eisdiele gegönnt hatte, habe ich mich von meinen Gastgebern gegen Gebühr abholen lassen. Leider gibt es ohne eigenes Transportmittel nur die Option wieder über eine Stunde zurückzulaufen, ein Taxi zu nehmen oder die halb so teure Variante des Abholens zu wählen. Da ich vorher noch im Supermarkt Milch und ein paar andere Kleinigkeiten besorgt hatte, war es mir wert 12 Dollar auszugeben.

Zurück in der Little Earth Lodge bin ich dann alleine Richtung Abbey Caves losmarschiert. Sandra war schon voraus und vielleicht treffe ich sie ja noch. Getroffen habe ich sie auch, aber sie war schon wieder auf dem Rückweg. Sie war in einer der drei Höhlen drin, aber meinte, dass sie sich alleine nicht so recht reingetraut hätte. Da der Rundweg an sich aber auch schon sehr schön sein sollte, bin ich frohen Mutes weiter.

Auf dem Weg zu den Höhlen läuft man durch den „Stone Forest“. Das sind ziemlich große Steine, die überall im Wald und auf den Wiesen verstreut liegen. Teilweise sah es so aus wie bei „Herr der Ringe“. Die Eingänge der Höhlen habe ich mir auch angeschaut, aber mir war das echt zu heikel, den man musste erst über etliche Felsenbrocken dorthin absteigen und in allen Höhlen ist auch noch Wasser drin, so dass man erst mal kniehoch im Wasser steht. Da war mir die Gefahr, dass ich auf dem Weg in die Höhle abrutsche viel zu hoch. So bin ich lieber weiter den Rundweg entlang geschlendert. Unterwegs hab ich noch einen weiteren Gast aus der Lodge getroffen, aber er ist auch nicht in die Höhlen reingegangen.

Zurück angekommen musste ich feststellen, dass Sandra heute Abend uns doch noch verlassen und von einem Freund abgeholt wird und dass anstatt ihr zwei deutsche Jungs bei mir im Zimmer schlafen. Schade, ich hatte schon die leise Hoffnung, dass ich wieder alleine in meinem Zimmer schlafen kann. Aber nein, heute ist die Lodge bis auf ein Bett komplett ausgebucht.

Im Anschluss hab ich mir mein Abendessen zubereitet und mich mit den Gastgebern und Sandra unterhalten. Denn ihre Abholung verspätete sich extrem. Bex und Gordon kamen gegen später auch noch in die Küche, aber da sie ihre Sachen zusammen packen wollten, war heute Abend weder Film- noch Spieleabend angesagt. Ich habe stattdessen an meinem Reisetagebuch weitergeschrieben, denn den Koffer werde ich erst morgen packen. Ich habe mehr oder weniger den ganzen Vormittag dafür Zeit, denn mein Bus fährt erst um 13 Uhr ab und ich werde den Vormittag gemütlich in der Lodge verbringen und nirgends wo mehr hingehen.


Stone Forest

Eingang zu einer Höhle

Stone Forest

Little Earth Lodge